Der Kleist-Preis des Jahres 2012 geht an den Kölner Schriftsteller Navid Kermani. Kermani, 1967 in Siegen geboren, ist habilitierter Orientalist, Senior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2011 erschien im Hanser-Verlag sein Roman Dein Name. Für sein literarisches und essayistisches Werk wurde Kermani vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Hannah Arendt-Preis 2011 und dem Kölner Kulturpreis 2012.
Der Kleist-Preis wird Navid Kermani am 18. November 2012 in Berlin während einer Matinée im Berliner Ensemble übergeben. Die Laudatio hält der Präsident des deutschen Bundestages, Dr. Norbert Lammert, der – als von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählter Vertrauensmann – Navid Kermani in alleiniger Verantwortung, der Tradition des Preises gemäß, zum Preisträger bestimmt hat.
Der Kleist-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Das Preisgeld geben die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie die Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kultur der Länder Berlin und Brandenburg. Der Kleist-Preis hat eine lange Tradition. In den zehner und zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden u.a. Hans Henny Jahnn, Bertolt Brecht, Robert Musil oder Anna Seghers ausgezeichnet. Nach der Wiederbegründung des Preises 1985 hießen die Preisträger u.a. Alexander Kluge, Thomas Brasch, Heiner Müller, Ernst Jandl, Monika Maron, Herta Müller, Hans Joachim Schädlich, Martin Mosebach, Gert Jonke, Daniel Kehlmann, Wilhelm Genazino, Arnold Stadler und zuletzt Sibylle Lewitscharoff.