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Die Titel der KrimiZeit im Juni

An der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste Juni 2012 steht weiter Die Nacht des Zorns von Fred Vargas. Kommissar Adamsberg legt sich im jüngsten „Polar Poétique“ mit der „Wilden Jagd“ an und klärt die Attentate gegen eine Taube und einen Finanzmagnaten auf.

Neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste sind im Juni drei internationale Politthriller:
Auf Platz 2: Tage des Bösen von Peter Temple. Großartiger Politthriller des australischen Autors aus dem Jahre 2002. Die Nachwirkungen der Kriegsverbrechen amerikanischer Special Forces in Angola.
Auf Platz 7: Der Deal von David Ignatius. Spannendes, durchaus wahrscheinliches Szenario des Washington-Post-Kolumnisten über die Zusammenhänge von Finanzkrise, ökonomischer Deregulierung, Drohneneinsatz und Krieg gegen den Terror. Der erste Politthriller zur Obama-Administration.
Auf Platz 9: Der Insider von Michael Robotham. Brillanter Thriller über das (reale) Verschwinden von Milliarden Dollar US-Hilfen aus dem Irak.

Unsere Dauerchampions:
Zum vierten Mal wurden Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels
und Fred Vargas: Die Nacht des Zorns auf die KrimiZEIT-Bestenliste gewählt.
Zum dritten Mal finden Sie Oliver Bottini: Der kalte Traum auf der KrimiZEIT-Bestenliste.

Hier die komplette Juni – Liste der ZEIT:

1. Fred Vargas: Die Nacht des Zorns, Aufbau
Paris/Normandie. In Ordebec wurde „Die Wilde Jagd“ gesehen. In der Horde: vier Männer aus dem Dorf. Todgeweiht? Kommissar Adamsberg, genervt vom Mord an einem Finanzmagnaten, folgt fasziniert normannischen Mythen, Ängsten, Intrigen. Nach drei Jahren Abstinenz: der neue Polar Poétique von Vargas.

2. Peter Temple: Tage des Bösen, C. Bertelsmann
Hamburg/London/Johannesburg. Beim Versuch, ein Video mit einer Massakerszene zu verkaufen, gerät Bodyguard Niemand ins Visier der Täter. Datenhändler Anselm soll ihn schnappen helfen – und stößt auf das Trauma der eigenen Biografie. Rasant, komplex: Meisternarrativ über Verdeckung, geheime Kriege und Spionage vor 9/11.

3. Matthew Stokoe: High Life, Arche
Los Angeles. Jack will ein vollkommenes Geschöpf werden, einer wie Brad Pitt. Der Mord an seiner Frau Karen wird zum Start seiner Karriere. Vorgeblich auf der Suche nach dem Mörder, partizipiert Jack als Stricher, Lover, Killer voll am High Life: Snuff und Brutal-Sex inklusive. Nicht so raffiniert wie American Psycho, aber bös.
4. Don Winslow: Die Sprache des Feuers, Suhrkamp
Dana Point 1997. Brandschadenregulierer Jack Wade weiß, dass Immobilienhai Nick Vale seine Frau Pamela verbrannt hat. Er muss es nur beweisen. Auf dem Spiel steht der letzte unberührte Strand im Süden. Harter Fight zwischen dem alten Kalifornien und der Gier-und-Gang-Moderne. Bravourös.

5. Oliver Bottini: Der kalte Traum, Dumont
Rottweil/Berlin/Kroatien. 15 Jahre, nachdem Thomas Ćavar in Bosnien gefallen ist, wird er gesucht. Vom kroatischen Geheimdienst, von der deutschen Polizei und einer Journalistin. Thomas, aufgewachsen in Rottweil, wollte 1995 die kroatische Heimat retten. Kluger, starker politischer Roman. Nah an den Tatsachen: Kriegsverbrechen und Folgen.

6. Carol O’Connell: Tödliche Geschenke, btb
Coventry, nördliches Kalifornien. 20 Jahre nach dem Verschwinden seines Bruders Josh, der schon als Kind ein begnadeter Fotograf war, kehrt Militärpolizist Oren zurück ins Heimatstädtchen. Auf Vaters Terrasse liegen Joshs Knochen. Oren puzzelt unter schrägen Vögeln. Crazy Sweet California.

7. David Ignatius: Der Deal, Rowohlt
Pakistan/USA. US-Drohne pulverisiert Familie in Waziristan: Trouble für Obamas allergeheimsten Geheimdienst. Der kauft Terroristen den Schneid ab, mit massenhaft Geld. Störend realistisches Szenario des Washington Post-Kolumnisten Ignatius. So wird in der Finanzkrise Terrorismus bekämpft.

8. Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels, Liebeskind
Meade, Ohio/Coal Creek, West Virginia. Mit 10 hungert und betet Arvin Russell gegen das Sterben seiner Mutter an. Mit 18 hat er vier Menschen erschossen. Dann haben ein Vergewaltiger, zwei Serienmörder, ein mörderischer Sheriff und ein Prediger-Paar seinen Weg gekreuzt. Wüstes, grandioses Romandebüt.

9.Michael Robotham: Der Insider, Goldmann
Irak/London. Immer dem Geld nach! Im Irak haben Bankräuber Milliarden Dollar Aufbauhilfe beiseite geschafft. Zu wem? Wer deckt sie? Ein Journalist im Irak bohrt nach. Derweil rettet Ex-DI Ruiz Trickbetrügerin Holly Knight vor MI6/CIA. Exzellent. Böse Realität nur leicht fiktionalisiert. Robotham: Weltklasse!

10. John Hart: Das eiserne Haus, C. Bertelsmann
New York/North Carolina. Drei Findelkinder. Zart: Julian, stark: Michael, gerissen: Abigail. Schicksale, verknüpft mit dem eisernen Waisenhaus. Erneut verknotet, als Michael, erwachsen, nicht mehr morden will. Der Killer hat die Liebe gefunden, tötet die Bösen und trabt in den Sonnenuntergang.

Die Jury:
Tobias Gohlis, Kolumnist der ZEIT, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer,
»Druckfrisch«, Dlf, BR | Gunter Blank, »Sonntagszeitung« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Michaela Grom, SWR | Lore Kleinert, Radio Bremen | Thomas Klingenmaier, »Stuttgarter Zeitung« | Kolja Mensing, »Tagesspiegel« | Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR | Jan Christian Schmidt, »Kaliber 38« | Margarete v. Schwarzkopf, NDR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, Elder Critic, »NRZ«, »WAZ« | Hendrik Werner, »Weser-Kurier« | Thomas Wörtche, »Plärrer«, »culturmag«, »DRadioKultur«

An jedem ersten Donnerstag des Monats geben diese 18 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die KrimiZEIT-Bestenliste ist eine Kooperation der ZEIT mit dem Nordwestradio, einem gemeinsamen Programm von Radio Bremen und dem NDR.

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