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Neues Kabinett im Goethe-Haus entfacht Leselust

Goethes frühe Werke

Heute wird im Dachgeschoss des Frankfurter Goethe-Hauses eine neue Kabinettausstellung eröffnet, die sich dem jungen Johann Wolfgang von seiner Geburt im Jahr 1749 bis zum Jahr 1775, als er Frankfurt verließ und nach Weimar zog, zuwendet.

In der ehemaligen Kammer und dem angrenzenden Hofmeisterzimmer ist in fast dreimonatiger Arbeit eine Übersicht auf Werk und Umfeld der frühen Jahre Goethes entstanden. Mit viel Liebe zum Detail hat Dr. Petra Maisak, Leiterin des Goethe-Hauses, in Zusammenarbeit mit Ausstellungsarchitekt Holger Wallat, Prof. Charlotte Schröner von der Agentur Opak, dem Videokünstler Rozbeh Asmani, Absolvent der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Joachim Schröder, Tonmeister am schauspiel frankfurt und den Handwerkern der Schirn Kunsthalle Frankfurt aus den beiden Räumen eine übersichtliche und abwechslungsreiche Fundgrube für Interessierte gestaltet.

Eine Videoschleife, die mehr als 20 Bilder von der Gesamtansicht bis hin zu Details zeigt, zieht die Besucher praktisch in den ersten Raum. Der Bildschirm ist in der Mitte einer altrosa Wand, die an eine Papierrolle erinnert, angebracht. Rechts und links davon werden in Spalten wichtige Informationen zur Zeitgeschichte in den Jahren vor und nach Goethes Geburt geliefert. Dabei stehen alte Dokumente im Mittelpunkt, sie werden durch kleine Texte erläutert.

Ein alter Stadtplan von Merian auf einer Glasstele zeigt die Lage wichtiger Orte der Familie Goethe auf.

Gegenüber informieren zwei weitere Glasstelen über die Familiengeschichte.

Die üblichen Hörstationen wurden in jedem Raum durch jeweils eine Hörbank ersetzt, der Besucher kann wählen zwischen Texten und Musik.

Im zweiten Raum, der in seiner Konzeption dem ersten vergleichbar ist, geht es um Goethes Werke. Auch hier ist ein großer Bildschirm angebracht, auf dem Scherenschnitte wie im Tintenfluss entstehen und zerfließen – die Köpfe zeigen Freunde aus der Goethe-Zeit, die Video-Präsentation wird mit Goethes Handschriften eingeleitet.

Auch hier befinden sich drei Glasstelen, auf der eine Goethe-Zeichnung seines Zimmers und die ersten Ausgaben seiner Werke zu sehen sind. Eine dritte Stele bezeichnet die wichtigsten Stationen im Leben des jungen Dichters.

Die Kabinettausstellung wendet sich an Besucher des Goethe-Hauses, die mehr über den Dichter und seine Zeit erfahren wollen. Die Hörbänke sind eine sinnvolle Audio-Ergänzung zum visuell orientierten Charakter der Exposition.

Wer sich auf diese informative Zusatzschau einlässt, bekommt Lust auf Goethe und seine Zeit. Glücklicherweise kann man klassische Musik beinahe im Goethe-Museum – nämlich bei Karsten Krämer, Am Salzhaus 1 – erwerben, die nächsten Buchhandlungen sind nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt.

JF

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