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BücherFrauen e.V.: Viel Diskussionsbedarf bei „Sortiment Quo Vadis? Ein Berufsbild im Wandel“

Britta Dollmann, Marianne Rist, Prof. Kerstin Emrich, Sabine Hörrmann, Monika Kolb-Klausch (v.l.n.r.)

Die Zukunft ihres Berufs treibt (zukünftige) Auszubildende, Mitarbeiter und Inhaber von Buchhandlungen um. Das machte eine Podiumsdiskussion am Dienstag in Stuttgart deutlich. Warum verliert der Buchhandel so viele Azubis nach dem Abschluss? Warum besetzen Frauen so selten Führungspositionen? Podium und Publikum forschten nach Ursachen und Lösungen.

Fehlende Perspektiven und geringes Gehalt
Jungbuchhändlerin Sabine Hörrmann berichtete, dass von ihren 15 Mit-Azubis nur drei noch im Buchhandel tätig seien. Den anderen scheine ein Studium bessere Perspektiven zu bieten, sowohl finanziell als auch inhaltlich. Das bestätigte auch eine Buchhändlerin im Publikum: Sie bilde seit zehn Jahren nicht mehr aus, da 70 bis 80 Prozent ihrer betriebswirtschaftlich teuren Azubis ohnehin abwanderten. Marianne Rist, Inhaberin der Buchhandlung Stocker und Paulus in Esslingen, sah das anders: Sie ermutige und fördere Azubis, die studieren möchten. Monika Kolb-Klausch, Bildungsdirektorin des Börsenvereins, relativierte: Die Abwanderung sei auch in anderen Branchen ein Problem.

Was kann man nun dagegen tun?
Britta Dollmann, die Leiterin der Fort- und Ausbildung bei Osiander, zeigte sich überzeugt, dass es für engagierte und interessierte Azubis Perspektiven gebe: „Viele unserer Filialleitungen sind Eigengewächse.“ Hörrmann forderte, dem Nachwuchs müssten die Entwicklungschancen besser dargestellt werden. Ratlosigkeit herrschte über die unattraktiven Gehälter im Buchhandel.

Ursachen des „Woman Drain“
Eines der Themen, für das sich die BücherFrauen seit ihrer Gründung vor 20 Jahren engagieren, ist der „Woman Drain“ (s. die von den BücherFrauen in Auftrag gegebene Studie „MehrWert. Arbeiten in der Buchbranche heute“): Viele Frauen gehen auf dem Weg vom Berufseinstieg zur Führungsebene verloren. Dollmann schilderte dazu aus ihrem Alltag bei Osiander: „Frauen sind reflektierter, Männer frecher.“ Daher spreche sie auf der Suche nach Führungsnachwuchs auch gezielt geeignete Frauen, die sich nicht von selbst meldeten, an.

Die Podiumsdiskussion war eine Gemeinschaftsveranstaltung der BücherFrauen in Stuttgart, der Schiller Buchhandlung in Stuttgart-Vaihingen und des mediacampus Frankfurt im Rahmen der Stuttgarter Buchwochen und wurde von Prof. Kerstin Emrich von der Universität Erlangen moderiert.

Wer wir sind
Die Stuttgarter Gruppe der BücherFrauen besteht aus über 100 Mitgliedern, die angestellt oder freiberuflich mit Büchern zu tun haben. Eine der Aufgaben des Netzwerks ist, frauenspezifische Interessen in der Buchbranche vertreten.

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