Home > Buchmessen > „Buch Wien 10″: Zufriedene Aussteller, jede Menge Fotos (nicht nur) vom Hörbuch-Schwerpunkt und ein TV-Beitrag

„Buch Wien 10″: Zufriedene Aussteller, jede Menge Fotos (nicht nur) vom Hörbuch-Schwerpunkt und ein TV-Beitrag

Offensichtlich mit einem neuen Besucherrekord ging gestern die „Buch Wien“ 10 und die lesefestwoche zu Ende. 28.600 BesucherInnen sind der Einladung des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels (HVB) und der Literatur- und Contentmarketing (LCM) gefolgt.

Eine Woche lang stand Wien im Zeichen des Buches: Von 15. bis 21. November stellten im Rahmen der „„Buch Wien“ “ mehr als 300 AutorInnen auf der Messe Wien und an Orten in der ganzen Stadt ihre aktuellen Bücher vor. 250 ausstellende Unternehmen aus zwölf Nationen präsentierten sich von 18. bis 21. November auf der Messe Wien.

Hier ein TV-Beitrag:
http://www.wien.gv.at/tv/detail.aspx?mid=142395

und hier viele Fotos (nicht nur) vom Hörbuchbereich, der im nächsten Jahr von 24 qm auf 100 qm erweitert werden soll:
http://www.flickr.com/photos/37961741@N06/sets/72157625315503737/.
Die Fotos stammen von Günter Rubik, Hörbuchhandlung Audiamo.

Doch zurück zur Messe:
Bundespräsident Heinz Fischer, der am Samstag die Buchmesse besuchte, konnte sich bei einem Rundgang über die Messe einen guten Eindruck über die Verlagsszene aus dem In- und Ausland verschaffen: „Darum schätze ich diesen Besuch auf der Messe sehr und gratuliere auch dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels, dass diese Veranstaltungen immer wieder möglich sind und gepflegt werden und die Menschen dafür gewonnen werden, dass sie lesen.“

Am Sonntag stattete Bundesministerin Claudia Schmied der Buchmesse einen Besuch ab: „Die ‚Buch Wien’ ist für mich neben Frankfurt und Leipzig die europäische Buchmesse. Ich freue mich riesig über die gute Stimmung, die hier herrscht, und ich werde alles dazu beitragen, dass es gut weitergeht. Der Termin ist optimal gewählt. Es sind sehr viele Aussteller hier, auch sehr viele internationale Aussteller, und ich glaube, das ist ein sehr sehr starkes Zeichen.“

„Unsere Erwartungen auf der diesjährigen „Buch Wien“ wurden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Die Entscheidung, als Hauptverband des Österreichischen Buchhandels diese Buchmesse in Eigenregie auszurichten, hat sich bewährt. Das Angebot und vor allem die Atmosphäre auf dieser Messe haben sowohl Aussteller wie Publikum überzeugt. Nach den bereits vorliegenden Besucherzahlen zeichnet sich ein Plus an Besuchern gegenüber dem Vorjahr von rund 12 Prozent ab“, so Gerald Schantin, Präsident des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels (HVB).

Eröffnungen und Preise
Eröffnet wurde die „Buch Wien“ Lesefestwoche Montagabend mit einem Festakt für Paul Nizon: Der in Frankreich lebende Schweizer erhielt den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2010. Paul Nizon freut sich besonders über diesen Preis: „Diese Auszeichnung ist ein Höhepunkt in meinem Schriftstellerleben, weil es ein österreichischer und ein europäischer Preis ist. Die österreichische Literatur hat eine große Rolle in meinem Werdegang gespielt und hier lebt ein Publikum, das meine Texte schätzt.“

Preisgekrönt ging es weiter, insgesamt fünf Preise wurden im Rahmen der „Buch Wien 10“ überreicht. Ein Höhepunkt war die Gala zur Verleihung des Bank Austria Literaris am Donnerstag: „Die Bank Austria hat diese einmalige Initiative gemeinsam mit KulturKontakt Austria und dem Wieser Verlag vor mehr als acht Jahren begonnen, um die Literatur aus dem Osten und Südosten Europas hierzulande bekannter zu machen – dabei werden nicht nur Autorinnen und Autoren gefördert, sondern auch der literarischen Rezeption ein Weg bereitet“, freut sich Annemarie Türk von KulturKontakt Austria. Die Preisträger 2010 sind Renata Šerelyte (Litauen), Boris Chersonskij (Ukraine) und Ákos Fodor (Ungarn).

Am Freitag zeichneten der HVB und der Fachverband Buch- und Medienwirtschaft den Journalisten und Autor Armin Thurnher für seinen Einsatz für ein friedliches Miteinander der Kulturen aus: Er erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. Thurnher in seiner Dankesrede: „Toleranz kann nicht bedeuten, einen fortdauernden Missstand gutmütig zu erdulden. Fortgesetztes Unrecht verlangt fortgesetzten Protest. Es ist mit der Toleranz wie mit der Demokratie: Alles kann man zur Abstimmung stellen, nur nicht ihre Abschaffung. Alles kann man tolerieren, außer Intoleranz. Und Toleranz ist nur ein Übergangszustand von ungerechten zu gerechteren Verhältnissen.“

Außerdem vergeben wurden von OMV und Buchklub die Philipp-Lese-Awards und vom Verein Exil die exil-literaturpreise.

Ein Höhepunkt des ersten Messetages war der Start der Aktion „Eine Stadt. Ein Buch“ des Echo-Medienhauses. Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und der in Frankreich lebende chinesische Schriftsteller Dai Sijie gaben die ersten der 100.000 Exemplare von „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ im Foyer der Halle D aus. „Dieses Buch bietet Lesern eine große Chance, über den Tellerrand zu schauen und eine andere Kultur kennenzulernen“, so Mailath-Pokorny. Am Nachmittag plauderte Bestsellerautor Ken Follett auf der ORF-Bühne über die Entstehung seines aktuellen Romans „Sturz der Titanen“ (Lübbe), abends ging es dann in die Neue Burg am Heldenplatz zur Lesung: „Noch nie habe ich an einem so wunderbaren und eindrucksvollen Ort vor Publikum gelesen!“

In ihrer Heimat ist sie ein Star – und auch in Wien längst kein Geheimtipp mehr: Die ukrainische Erzählerin Oksana Sabuschko begeisterte am Freitag in der Hauptbücherei am Gürtel mit der Lesung aus ihrem jüngsten Roman „Museum der vergessenen Geheimnisse“ (Droschl). Der deutsche Arzt Dietrich Grönemeyer stellte auf der Buchmesse und in der Gesellschaft der Ärzte im Gespräch mit Günter Kaindlstorfer (ORF) sein aktuelles Sachbuch „Dein Herz“ (S. Fischer) vor und Bernhard Schlink war mit seinem Erzählband „Sommerlügen“ (Diogenes) umjubelter Gast im Akademietheater.

Donna Leon lud während der Lesefestwoche mehrmals nach Venedig: Am Samstag sprach sie auf der Buchmesse mit „Buch Wien“ -Programmintendantin Gabriele Madeja u. a. über ihr aktuelles Projekt „Töne und Tiere“ (Diogenes), in dem den Texten ihre Lieblings-Händel-Arien beigestellt werden. Die Matinee am Sonntag mit Sunnyi Melles im Oberen Belvedere war ein Höhepunkt für alle Leon- und Brunetti-Fans.

Publikumslieblinge wie Karl Merkatz, Otto Schenk, Alfred Dorfer, Teddy Podgorski und Dagmar Koller sorgten am Wochenende auf der Messe für einen neuerlichen Besucheransturm. Gestürmt wurde auch die Gusto-Kochbühne: Neben prominenten Köchen wie Toni Mörwald oder Oliver Hoffinger ließen sich Kurt Riedl und andere Opernstars über die Schulter und in den Kochtopf schauen.

Das umfangreiche Programm für Kinder und Jugendliche mit der Schiene „Extra-Klasse“ für SchülerInnen wurde sehr gut angenommen: Lesungen von Sally Nicolls, Renate Welsh, Arne Bellstorf, Timo Parvela oder Marko Simsa begeisterten die ZuhörerInnen. Das Rahmenprogramm rund ums Buch – u. a. mit einem Hörbuch-Workshop von Günter Rubik, Gesprächen mit Burkhard Spinnen und Nikolaus Glattauer und der Songwriter-Textwerkstatt von Tobias Elsässer – wurde von vielen genutzt.

Ausstellerresümee
Das Resümee der Aussteller fiel äußerst positiv aus. Der deutliche Besucherzuwachs an allen Messetagen und die Organisation und Präsentation der gesamten Messe überzeugte Aussteller wie Fachbesucher. „Ich bin sehr zufrieden. Dieses Jahr hat die Messe nochmal einen großen Schritt nach vorn getan. Es gab heuer viel mehr Publikum als im vergangenen Jahr“, zeigt sich Martina Schmidt, Programmleiterin des Deuticke Verlags überzeugt. Josef Birsak, Vertreter Rowohlt Verlag: „Es ist so viel interessiertes Lesepublikum auf der Messe und wir haben viel mehr Fragen zu unseren Titeln, zum Verlag und zum Büchermachen beantwortet als noch im Vorjahr. Davon bin ich absolut positiv überrascht.“

Für Brigitte Millan-Ruiz, Programmleiterin avBuch „hat es sich wirklich gelohnt, auf der Messe zu sein. Die Besucher sind auf uns aufmerksam geworden, haben Fragen gestellt, sich unsere Bücher angeschaut.“ Auch Gerda Schaffelhofer, Geschäftsführerin der Verlagsgruppe Styria, sieht die Bücher ihrer Verlagsgruppe gut platziert: „Es ist bei der ‚Buch Wien’ spürbar, welche Faszination das Buch ausübt. Während die Zeitung vom Vortag im Papierkorb verschimmelt, lacht das Buch vom Bücherregal. Buch ist aber nicht gleich Buch. Und daher bietet die ‚Buch Wien’ den Besuchern eine gute Möglichkeit, sich die Qualität von Büchern genauer anzusehen.“

Gelobt wurde auch die Atmosphäre: „Das erweiterte Wohnzimmer – mit dem Vorteil, dass mit dem leichten Zug, der durch die Halle zieht, auch Leserinnen und Leser vorbeischweben, die sich an den Büchern festhalten, Komplimente verteilen, sich an dem kulinarischen Angebot laben, dass fast so gut ist wie unsere Bücher – ist fast so gemütlich wie zuhause und doch anders als alle anderen Buchmessen“, freut sich Lojze Wieser, Verleger Wieser Verlag. Christian Pflug, Leitung Marketing und Vertrieb Collection Rolf Heyne: „Im Gegensatz zum letzten Jahr bewundere ich, wie es die Messeleitung geschafft hat, eine Atmosphäre zu zaubern mit verschiedenen Foren, die unterschiedlichste Interessen hier auf ‚Buch Wien’ ansprechen.“

„Wir von der IG Autorinnen Autoren ziehen eine rundum positive Bilanz. Der augenfälligste Unterschied zum Vorjahr besteht darin, dass in diesem Jahr die Branche die Messe selbst in die Hand genommen hat. Atmosphärisch ist das vollkommen anders als im Vorjahr. Und das Publikum hat eine Messe vorgefunden, wie sie sich ein Lesepublikum nur wünschen kann. Ab sofort beginnt die große Zukunft der „Buch Wien“ prophezeit Gerhard Ruiss, Geschäftsführer IG Autorinnen Autoren.

Viele Aussteller haben sich bereits für die nächste Ausgabe der „BUCH WIEN“ angekündigt, wie Ruth Geiger, Geschäftsleitung Diogenes Verlag: „Ich bin nach wie vor begeistert, wie viele Leute das Lesefestival im Rahmen der ‚Buch Wien’ anzieht. Bernhard Schlink, der das erste Mal überhaupt in Österreich gelesen hat, hatte eine volle Veranstaltung im Akademietheater und Donna Leon wird rührend gefeiert vom Publikum der ‚Buch Wien’. Der Diogenes Verlag wird nächstes Jahr ganz sicher wieder mit dabei sein.“

Auch die Messebuchhandlung BUCHWIENhandlung ist zufrieden mit dem Gesamtumsatz. „Die Messebuchhandlung war das ganze Wochenende lang sehr gut besucht, am umsatzstärksten war eindeutig der Sonntag. An allen Tagen machten sich vor allem Publikumsmagnete wie Donna Leon oder Ken Follett bemerkbar – nach ihren Lesungen war die Buchhandlung noch um einiges voller. Das Publikum war gemischt, es kamen Leser mit den unterschiedlichsten Interessen, die man nicht auf ein Genre oder einen Autor festmachen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

4. Feministische Buchwoche vom 18. bis 26. April 2026

Zum vierten Mal lädt das Netzwerk der BücherFrauen zur Feministischen Buchwoche ein: mit Lesungen, Diskussionsrunden, Führungen, Verlagsvorstellungen, Bookstore-Crawls und anderen Veranstaltungen in Buchhandlungen, Bibliotheken oder Archiven. Sie sollen dazu animieren,

weiterlesen