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Empfehlung: Nicht mit Spendenbereitschaft bei Endkunden werben

Der Sortimenter Wolfgang Meny (Buchhandlung Eulenspiegel, Wiesloch) hat per Mail bei Kollegen seine Idee propagiert, von jedem verkauften Sarrazin-Buch eine Spende abzuführen. Seine Begründung dazu ist nachvollziehbar, aber so wohl aus diversen Gründen nicht zu machen.

Beim Börsenverein wird zumindest davon abgeraten, diese Idee gegenüber den Kunden zu propagieren: Gegen Spenden sei nichts einzuwenden, aber damit in Richtung Endverbraucher zu werben, schaffe ein Fülle von preisbindungsrechtlichen und wohl auch wettbewerbsrechtlichen Problemen.

Hier sein Brief im Wortlaut:

Betr.: Sarrazin

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vielleicht geht es Ihnen wie mir: Nur mit äußerstem Unbehagen verkaufe ich den neuen Bestseller. Für mich beinhaltet er rassistische Gedanken und ausländer-feindliche Pauschalisierungen, an deren Verbreitung ich mich nicht beteiligen möchte. Bei mir gibt es das Buch nur auf Bestellung, ich möchte es nicht in meinem Sortiment.

Ich habe mir nun einige Tage Gedanken gemacht, wie ich mit dem Verkauf dieses Buches umgehe und bin für mich zu folgendem Entschluss gekommen:

Von jedem verkauften Exemplar werde ich 5 € an die Organisation „pro asyl“ spenden. „pro asyl“ setzt sich für den Schutz und eine humane Lebensperspek-tive von Flüchtlingen ein, die unter Krieg, Verfolgung und Folter leiden. Aktionsschwerpunkte sind derzeit u.a. Protestaktionen gegen Abschiebungen in den Kosovo und gegen die inhumane Lagerunterbringung von Flüchtlingen.

Ich werde diese Spendenaktion durch den Sarrazin-Verkauf auch gegenüber meinen Kunden und im Schaufenster bekannt machen.

Wenn sich der eine oder andere Kollege diesem Vorgehen anschließen könnte, würde ich mich freuen. Ich wäre auch für eine Weiterverbreitung dieses Schreibens und eine Rückmeldung dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Meny
Buchhandlung Eulenspiegel

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