
Im Frankfurter Stalburg Theater stellte Sarah Hakenberg gestern Abend ihr Buch, das wie ihr Bühnenprogramm Knut, Heinz Schorsch und die anderen heißt und kürzlich im Eichborn Verlag erschienen ist, vor.
In 206 Folgen erzählt sie im Buch kurzweilig über Begegnungen mit dem anderen Geschlecht. Auf den Rat der bayrischen Kabarettistin Martina Schwarzmann hin benannte sie ihre Leseabende, mit denen sie vor vier bis fünf Jahren anfing, in „Literarisches Kabarett“ um – damit würde sie mehr Besucher anziehen, sagte Schwarzmann.
Folgerichtig stimmte sie gleich zu Beginn auf ein „actionreiches Programm ohne Männerfeindlichkeit“ ein.
Die Zuschauer erfuhren von lebensbedrohlichen Schlafstörungen, einem romantischen Mann, der unbedingt Kuschelrock für sinnliche Stunden braucht – sie intoniert dann gekonnt am Flügel als Beispiel die „Ballade pour Adeline“, wechselt den ganzen Abend über zwischen von sparsamen Gesten begleitetem Vortrag und Gesang mit eigener Klavierbegleitung.
Es geht um die Launen von Frauen und Männern, um eine Friseuse, die „über meinen Kopf hinweg beschloss, mir die Haare abzuschneiden“, um männerlose Winter und den Vorteil derselben, um Priesteranwärter, Misanthropen und Knoblauch beim Zahnarztbesuch.
„Ich befinde mich in einer Phase meiner Karriere, in der ich noch auf Publikumswünsche eingehe“, verkündete Sarah Hakenberg und präsentierte einen Song über das „einheitliche“ Europa: überall finden sich in den Einkaufszonen die gleichen Ketten. Wächst so Europa zusammen?
Die Kabarettistin verriet anbei, dass sich „Liebe“ in der Google-Favoriten-Liste auf Platz 108 befindet, weit abgeschlagen also und deutlich hinter „Einweggeschirr“.
Zum Schluss erteilte sie Männern und Frauen einen guten Rat: Jeder sollte einmal einen Klischeetag einlegen und sich ganz so benehmen, wie es die Vorurteile vom anderen Geschlecht behaupten. Ob das gut geht?
Gleichzeitig mit dem Buch ist auch eine CD – ebenfalls bei Eichborn – erschienen, ein Tipp für alle, die Sarah Hakenbergs Lieder hören möchten.
JF