Im Dezember 2009 hatte das Stück Die letzten Tage der Ceausescus von Milo Rau seine Uraufführung, das Buch zum Stück mit Materialen und Dokumenten liegt im Verbrecher Verlag vor. Nun gehen die Erben des des 1989 gestürzten und hingerichteten kommunistischen Diktators gegen das Stück vor und wollen Kasse machen.
Pikant: Die Kläger sind Ceausescus Sohn Valentin und dessen Schwager. Sie verlangen eine Entschädigung, weil das Theater unrechtmässig den Begriff «Ceausescu» verwendet habe, den die beiden schon vor Jahren in Rumänien als Marke angemeldet haben.
Die Erben haben zunächst das Bukarester Odeon-Theater wegen der Aufführung des Doku-Dramas verklagt.
Die rumänische Kulturszene reagierte mit Empörung auf den Schritt der Ceausescu-Erben. «Dies ist der Beweis, dass Unverschämtheit kein Verfallsdatum hat», sagte der Vorsitzende des rumänischen Schriftstellerverbands, Nicolae Manolescu. Das Stück drehe sich «um den Diktator Nicolae Ceausescu, nicht um die Marke Ceausescu». Der deutsch-rumänische Filmregisseur Radu Gabrea befand, Ceausescu sei «wie Ludwig XIV. eine historische Figur» und dürfe daher uneingeschränkt Thema von Theaterstücken und Filmen sein.
In der Schweiz war das Theaterstück bisher in Bern und Zürich zu sehen. Im Verlaufe dieser Woche folgen Aufführungen in Luzern. Gegen ausländische Theater seien keine rechtlichen Schritte geplant, sagte der Anwalt der Kläger.