Groß gefeiert wurde gestern im Rahmen der BUCH WIEN 09: Im Wiener Rathaus zeichneten der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und der Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft die Schauspielerin, Sängerin und Autorin Erika Pluhar (Foto) mit dem 20. „Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln“ aus.
Die Laudatio hielt Unterrichtsministerin Claudia Schmied (Foto) (SPÖ). „Der Preis bedeutet mir mehr als alle vorangegangenen Ehrungen“, sagte Pluhar in ihrer Dankesrede. „Denn er ist eine Anerkennung meines Schreibens. Nichts ist schwieriger, als solche Anerkennung als Schauspielerin zu erringen. Es wird nicht gern gesehen, wenn der Schuster nicht lebenslang bei seinem Leisten bleibt.“ 1981 hat Erika Pluhar ist erstes Buch veröffentlicht, zuletzt ist eine Sammlung ihrer Liedtexte im Residenz Verlag erschienen.
Wie jedes Jahr bot auch diesmal der Begriff der Toleranz Anlass für einige grundsätzliche Überlegungen. „Ich bin in keiner Weise tolerant“, sagte Pluhar. „Jede Form von Fundamentalismus hat mich zum Gegner.“ Sie ließ keinen Zweifel daran, was – und vor allem: wen – sie damit meinte: Namentlich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, generell Ausländerfeindlichkeit, aber auch Massentierhaltung, Profitgier und die Zerstörung der Umwelt fordern ihren Widerstand heraus. „Aber ich bekriege nicht – ich bekämpfe. Ich wäre gerne in der Lage zu verändern und zu versachlichen, jedoch nie um den Preis des Wegschauens.“ Mit Daniel Barenboim und Achim Benning berief sich Pluhar schließlich auf Goethe, der festgestellt hatte: „Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“
Der Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels geht jedes Jahr an einen Autor oder eine Autorin, der oder die „sich in ihrem Werk und durch ihr Engagement für Toleranz gegenüber den anderssprachigen und kulturell anders geprägten Nachbarn in herausragender Weise eingesetzt haben und somit einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa geleistet haben“.







