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Börsenverein warnt vor Monopol bei Digitalisierung von Bibliotheksbeständen

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels begrüßt Bemühungen, ältere urheberrechtlich nicht mehr geschützte Buchbestände über das Internet zugänglich zu machen. Allerdings wertet er die Unterstützung der Internet-Bibliothek von Google durch die EU-Kommission und große EU-Mitgliedstaaten als falsches Signal.

„Staaten gehen fahrlässig mit ihrem kulturellen Erbe um, wenn sie es einem Monopolisten überlassen und eigene, von Steuergeldern finanzierte Projekte wie die europäische digitale Bibliothek Europeana damit torpedieren“, betont Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. Die Nutzung eines privatwirtschaftlichen Dienstleisters sei kulturpolitisch nur akzeptabel, wenn keine Monopolstellung entstehe und alle digitalen Bibliotheken die eingescannten Werke für ihre Plattformen nutzen könnten.

„Wir freuen uns, dass die deutsche Regierung die Digitalisierung der gemeinfreien Bibliotheksbestände weiterhin als in erster Linie öffentliche Aufgabe wertet und vor privatwirtschaftlicher Monopolisierung warnt“, so Skipis. Allerdings müssten den Worten auch in ganz Europa Taten folgen. Denn eine erfolgreiche digitale Zukunft mit Büchern sei nur möglich, wenn die europäischen Nationalbibliotheken dafür ausreichend finanzielle Mittel der öffentlichen Hand erhielten. Wer systemrelevante Unternehmen stützt, sollte auch ausreichend Mittel für die Digitalisierung des kulturellen Erbes haben.

„Die deutsche Buchbranche leistet ihren Beitrag zur digitalen Zukunft der Bücher vorbildhaft“, sagt Skipis. Über die Buchplattform libreka! werden derzeit im Internet knapp 110.000 lieferbare Titel zum Kauf und zur Recherche angeboten. Auch das E-Book-Angebot wird stetig ausgebaut. Damit ist libreka! die mit Abstand größte Plattform zeitgenössischer Literatur.

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