Ca. 400 geladene Gäste trafen sich am Messe-Donnerstag im Da Capo in Leipzig zur ersten Deutschen Hörbuchnacht, die das Team um Projektleiter Henning Rudat (edel) organisiert hatte. Als Sponsoren mit im Boot: Audible, audiomedia, Argon, DAV, Diogenes, edelkultur, Eichborn, Der Hörverlag, Lauscherlounge, Die Leipziger Messe, Lübbe, Jumbo, optimal media production, Random House Audio und steinbach sprechende Bücher.
Die Location war vorbildlich gewählt: Das Da Capo – eine Eventhalle mit angeschlossenem Oldtimermuseum – verfügte über ausreichend Platz, eine große Bühne und ein rustikales, aber dennoch stylisches Ambiente.
Was das Projektteam allerdings nicht vorausgesehen hatte (allerdings hätte ahnen können): Die so zusammen gekommende Hörbuchbranche nutzte den Abend, um sich – und so soll es ja auch sein – Kontakte zu knüpfen und sich rege auszutauschen.
Das wirklich gut ausgewählte Abendprogramm – moderiert von Thomas Hermanns – ging deshalb im allgemeinen Gemurmel des Publikums unter. Wie etwa der Vortrag der Berliner Poetry-Slam-Künstlerin Xóchil A. Schütz, die sich am Ende leicht genervt und ironisch mit den Worten „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“ verabschiedete.
Und mit Bastian Sick konnte man fast Mitleid haben: Der Autor, der ansonsten Hallen wie die KölnArena füllt, fand hier für seine Lesung aus Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod kaum Zuhörer.
Einzig die Schweizer Künstlerin Eliana Burki konnte sich durchsetzen. Dafür sorgte allerdings die Lautstärke des traditionellen Alphorns, auf dem sie im Zusammenspiel mit Bandmusikern funkige und bluesige Arrangements bot.
Zwischendurch vergab die Zeitschrift Hörbücher noch zwei Hörbuchpreise: Tintentod-Sprecher Rainer Strecker wurde als bester Sprecher ausgezeichnet, die Bibel-Interpretation von Ben Becker bekam die Auszeichnung „Grandiosestes Hörbuch“.
Für das Branchenpublikum selbst war es aber dennoch ein gelungener Abend – besonders, als Hoffmann & Campe-Vertriebsleiter Markus Klose und Argon-Marketing-Chef Kilian Kissling zu späterer Stunde in die Rollen der DJs schlüpften und für Tanzmusik sorgten.
Die zweite Deutsche Hörbuchnacht ist übrigens schon in Planung. Mit etwas weniger Programm und mehr Möglichkeiten zum Austausch eine schon seit langem überfällige Veranstaltung.