
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Peter Michalzik regt sich darüber auf, dass durch die Auswahlliste der Stiftung Lesen Kinder gezwungen werden, bestimmte Bücher zu lesen und nicht die, die sie wollen. Hm.
Emine Sevgi Özdamar kriegt den Kunstpreis Berlin, und der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses wird wohl teurer als geplant. Sowas hat man ja noch nie gehört…
Annotiert
Fred Vargas Das Zeichen des Widders (Aufbau).
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Dschungelcamp auf russisch: Der 1947 geborene Schriftsteller Viktor Jerofejew hat es sich angetan. Das scheint im Gegensatz zu unserer Veranstaltung, bei der man Möchtegern-Promis einfach mal an die frische Luft schickt, damit sie nicht jeden Tag beim Programmdirektor auf der Matte stehen und um einen Job betteln, eine recht faschistoide Angelegenheit zu sein. Aber auf dem IQ-Level scheint man sich zu treffen.
Chemnitz will eine Internationale Stefan Heym-Gesellschaft gründen.
Eine Studie zum Unterschied von Pessimismus und Realismus: Seren R. Fauths Der metaphysische Realist (Wallstein). Ingeborg Harms rezensiert.
Ein toller Bildband: Anders Petersen frenchkiss (Kehrer).
Annotationen
Harald Weinrich Vom Leben und Lesen der Tiere (C.H. Beck) und Bettine von Arnim Vom Herzen in die Feder (dtv) sowie Dies Buch gehört dem König (dtv).
Neue Sachbücher
Manuela Lenzen bespricht Wilfried Wittes Tollkirschen und Quarantäne. Die Geschichte der Spanischen Grippe (Wagenbach), und Christian Geyer hat sich Otto Friedrich Bollnows Das Wesen der Stimmungen (Königshausen & Neumann) angesehen.
Bücher im Reiseblatt
Frankreich am Rhein (Greven), Beate Raum Liverpool. Auf den Spuren der Beatles (Goldfinch Verlag), Cordula HamannGärtnerinnen (DVA) und Lutz Maurer, Markus Raich Hoch und heilig (Styria).
Die Welt
Immer mal wieder: Will Suhrkamp nun nach Berlin oder nicht? Aber wirklich Neues gibt es nicht. Man will wohl einfach ein bißchen im Gespräch bleiben…
Jedes Mal zur Amtseinführung eines neues US-Präsidenten dürfen die Dichter dichten. Diesmal war es Elizabeth Alexander, die ihr Werk vortragen durfte. Hannes Stein findet: „Nicht dicht genug gedichtet“. Warum sagt er (der es auch nachgedichtet hat und an den Kopf der Seite stellt) nicht gleich: Ziemlich schrecklich!
Annotationen
Christian Kummer Der Fall Darwin (Pattloch) und Christian Synwoldt Mehr als Sonne, Wind und Wasser (Wiley-VCH).
Süddeutsche Zeitung
Martin Walser kommt auf seiner Lesereise in China offenbar gut an, wie Dieter Borchmeyer unter „Der Kranich und die Schildkröte“ berichtet. Walser entspreche dem Idealbild des chinesischen Weisen, so die Chinesen begeistert. „Wenn ihr nicht nett zu Martin Walser seid, behalten wir ihn einfach bei uns“, zitiert er eine Chinesin. Ob das auch die Meinung von Rowohlt-Chef Alexander Fest ist, ist fraglich…
„Victor Hugos Zeichnungen: ‚Tintenkleckse tierischen Aussehens’“: Ja, Sie haben richtig gehört: Hugo hat eine unbekannte Seite, und die deckt jetzt das Buch Tintenklecks und Schattenmund aus dem Verlag Hatje Cantz auf. Darin offenbarten sich „verblüffende Bildwelten“ des Malers. „Wäre Victor Hugo nicht Dichter, dann wäre er ein Maler ersten Ranges“, hat ein Zeitgenosse einmal bemerkt.
„Das milde Klima und der Ernst der Revolution“ lautet die Überschrift zur Besprechung von Edmundo Desnoes’ Roman Erinnerungen an die Unterentwicklung, der sich mit Castros Kuba befasst und mehr sei als schlichter sozialistischer Realismus.
Unter „Lauschen und Hören“ wird der 70. Geburtstag von Erika Runge gefeiert, um die es merkwürdig still geworden sei, wie Laudator Volker Breidecker anmerkt. Sie sei überwiegend als Psychotherapeutin tätig.
Annotiert wird unter „Des Räubers Schatten“ Lydia Davis’ Kürzestprosa Fast keine Erinnerung (Suhrkamp.
Neue Zürcher Zeitung
„Der Sturz der Krimikönigin“ ist ein Bericht überschrieben, in dem es um Liza Marklund, die „wahre Geschichte“ „Mias“ geht und ein Aufstand der Blogger. Zu ihrem Debut 1995 mit dem Bestseller „Die Untergetauchte“ heißt es im Untertitel, das Buch sei eine „wahre Geschichte“. Jetzt wird deren Wahrheitsgehalt von einer Journalistin in Frage gestellt. doch auch ihre Darstellung nehme Partei, wird jedoch von schwedischen Blogern hochgehalten.
Unter „Raumlektüren“ geht es um Barbara Piattis Geografie der Literatur, das „Schauplätze, Handlungsräume, Raumphantasien“ darstellt, wie es im Untertitel heißt.
„Einer, dem der Witz vergeht“ überschreibt Ludger Lütkehaus, um dann sofort zu bemerken: „Selten so gelacht wie über Qian Zhongshus Roman Die umzingelte Festung, erschienen bei SchirmerGraf.