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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Klaus Gietinger wirft einen Blick auf die „unheilvolle SPD-Vergangenheit“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Die Zeit

Claus Spahn würdigt den viel zu früh verstorbenen Konrad Heidkamp: Er „hat die letzte Kinderbuchseite, die in dieser Nummer der ZEIT zu lesen ist, in der vergangenen Woche noch vom Krankenbett aus arrangiert…“

Nun dürfen alle: Jochen Jung rezensiert den neuen Kehlmann (Rowohlt). Sein Roman Ruhm schnurre wie eine gut geölte Maschine. „… ein hübsch gemusterter, nicht ungeschickt gewobener Teppich. Fliegen kann er allerdings nicht.“

„Eine lesenswerte Biografie über die neue amerikanische First Lady“: Iris Radisch hat sich Michelle Obama von Liza Mundy (Fackelträger) angeschaut.

Ursula März rezensiert den (halbwegs noch) neuen Hanif Kureishi Das sag ich dir (S. Fischer): eine ungezähmte Mischung aus Talk, Trash und Tiefsinn“.

Mit großem Bild: Nuevas Historias versammelt 31 zeitgenössische spanische Fotografen (Hatje Cantz).

Was zu tun ist sagt uns Thomas Friedmanns „Agenda für das 21. Jahrhundert“ (Suhrkamp) – das „Wunder bestände darin, eine Revolution durch endlosen Kleinkram zu realisieren“, resümiert Rezensentin Elisabeth von Thadden.

Kinder- und Jugendbuch
Die Luchs-Jury von ZEIT und Radio Bremen hat entschieden: den „Luchs des Jahres 2008“ erhält Sally NichollsWie man unsterblich wird (Hanser) –Hilde Elisabeth Menzel rezensiert.

Jens Thiele rezensiert Yves Coppens und Sacha Gepners Der Ursprung des Menschen (Hanser).

Hans ten Doorkaat bespricht Ernst Kahls und Eva Muggenthalers Papa, ich will einen Hund (Kein & Aber).

Zwei Sachbücher wie Sprengstoff, und sie beweisen, mit wem die SPD zu Anfang der Weimarer Republik gemeinsame Sache gemacht hat: Nie – so legt Autor Klaus Gietinger in Der Konterrevolutionär und Eine Leiche im Landwehrkanal (beide Edition Nautilus) dar, hätte der Mord an Luxemburg/Liebknecht stattgefunden ohne das dezidierte Abnicken führender SPD-Genossen. Vielleicht ein Anlass für die Müntes von heute, sich mal mit der eigenen Geschichte zu befassen?

Franz Walter diagnostiziert eine schwindende Bereitschaft zu demokratischer Beteiligung in Baustelle Deutschland (Suhrkamp).

|Felix Römers große Untersuchung Der Kommissarbefehl (Schöningh) schafft endlich Klarheit über Hitlers Mordbefehl.

Frankfurter Rundschau

Neues in Sachen Kinski-Streit in Köln: Die Erben haben einen Vergleich erst mal abgelehnt. Wir werden also noch öfter auf das Thema zurückkommen.

Sylvia Staude hat sich in Frankfurt die Poetik-Vorlesungen von Werner Fritsch angehört: „Beten & Rocken“.

Bliss Broyard hat die Biographie ihre Vater Anatole geschrieben: Ein Tropfen – das verborgene Leben meines Vaters (Berlin).

Das wird uns auch noch länger beschäftigen: Heute urteilt das LG Hamburg, ob Bushidoseine Songs geklaut hat oder nicht. Die französische Band Dark Sanctuary meint, er habe Teile aus 16 ihrer Songs gestohlen. Christoph Schröder nutzt den aktuellen Aufhänger, um die Urheberrechtsgeschichte „Tannöd“ noch einmal zu reflektieren – aber der Fall dürfte deutlich anders liegen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Tagebuchnotizen der jungen Susan Sontag offenbaren die Innenwelt der amerikanischen Essayistin. Ihr Sohn David Rieff hat soeben den ersten von drei Bänden Susan Sontag. Reborn. Journals & Notebooks 1947-1963 (Farrar Straus Giroux) herausgegeben.

Große Rezension von Dorothea Dieckmanns Erzählung Harzreise (weissbooks.w): „Ruhige und konzentrierte Bücher wie dieses sind selten und deshalb umso kostbarer“, findet Beate Tröger. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Gerhard Schulz] rezensiert Atem von Tim Winton (Luchterhand).

Annotationen
Ida Jessen leichtes Spiel (Suhrkamp) und Die Entstehung von Goethes Werken in Dokumenten – Band IV (Walter de Gruyter).

Süddeutsche Zeitung

Gemeldet wird, das in den USA das Lesen einen Aufschwung erfahren soll, das habe eine Studie der National Endowment for the Arts (NEA) ergeben. Demnach hätten Amerikaner 3,5 Prozent mehr Romane, Short Stories, Theaterstücke oder Lyrik gelesen. Die NEA führt das auf einen Erfolg ihrer Kampagne „Big Read“ zurück.

„Halt dich von den Zügen fern“: In seinem Buch Hobo Nation bereist Autor Lucius Shepard den im Titel erwähnten Mythos vom Landstreicherleben auf der Schiene. Vielleicht haben die Tramps in Krisenzeiten wieder Hochkonjunktur…

„Diesseits der DNA“ Nadine Gordimers Erzählungen Beethoven war ein Sechzehntel schwar halten, was der übergroß gedruckte Name der Autorin auf dem Cover verspricht: „Political correctness ist wichtiger als literarische Qualität“, so Hannelore Schlaffer.

„Die andere Traumfabrik“: Die Überschrift meint den amerikanischen Zirkus, dem jetzt unter dem Titel The Circus 1870-1950 herausgegeben von Noel Daniel ein dreisprachiger Bildband gewidmet ist (Taschen).

Annotiert wird unter „Kritik in der Krise“ das Buch Krise der Kritik? von Vasco Boenisch aus dem Verlag Theater der Zeit.

Die Welt

Hannes Stein hat sich die von Matt Weiland und Sean Wilsey herausgegebene Anthologie State by State. A Panoramic Portrait of America (Harper Collins) angesehen – 50 amerikanische Schriftsteller beschreiben die 50 Staaten der USA.

Michael Pilz: Mit einer LedZep-Reunion wird es wohl nun doch nix: Nachdem Sänger Robert Plant gleich abgewinkt hat, hat Jimmy Page ein paar Ersatzsänger antanzen lassen. Nur um rauszufinden, was der Rest der Menschheit eh schon wusste: Keiner kann wie Plant.

Neue Zürcher Zeitung

„Geisterhafte Bilder“: James Sallis sei mit Deine Augen hat der Tod bei Liebeskind ein „aussergewöhnlicher Agentenroman“ gelungen.

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