Da wird bei Eichborn jetzt was frei: Wolfgang Hörner (Leitung) und Esther Kormann (Lektorat/Presse) verlassen Eichborn und werden ab Januar 2009 unter dem Namen Galiani Berlin ein programmatisch eigenständiges Verlagsimprint in Berlin unter dem Dach des Kölner Verlags Kiepenheuer & Witsch aufbauen. Eichborn-Verleger Stefan Gallenkamp sucht „jetzt in Ruhe“ einen Nachfolger, will sich damit aber Zeit lassen.
Die wird er sich nehmen müssen, denn „einen Mann seines Kalibers zu ersetzen, das wird nicht einfach“, sagt auch Gallenkamp.
Der neue Verlag wird sich der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, dem kulturhistorischen und erzählenden Sachbuch sowie Klassikern der Weltliteratur widmen. Das erste Programm ist für Herbst 2009 geplant. Wie das aussieht wird aber „erst verraten, wenn es was zu veraten gibt“, wie Hörner gerade am Telefon sagt. Aber es wird natürlich dem bisherigen Programm-Profil ähneln. Verräterisch aber ist vielleicht, dass der Verlag nach Fernando Galiani benannt ist. Der war neapolitanischer Botschafter in Paris, (Brief)freund der Enzyklopädisten und (wie Hörner sagt) ein Mann, der an allen Phänomen des Lebens höchst „interessiert war – und nie langweilig.“
Hörner (44) ist seit 18 Jahren scheinbar untrennbar mit dem Verlag verbunden und hat vor zehn Jahren das Programmsegment Eichborn Berlin gestartet, Esther Kormann ist ein halbes Jahr später dazu gestoßen; beide haben das Programm im Grunde fast allein gemacht – mit einer winzigen Mannschaft, lediglich ein Praktikant und ein Volontär haben geholfen.
Seit der Messe hat man in Frankfurt schon gewusst, dass die beiden sich mit dem Gedanken tragen, sich zu verändern. „Der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit in Berlin“ (Hörner) hatte sich dann auch bis nach Köln herumgesprochen – und es kam „ein Angebot, das man sich nicht entgehen lassen kann“, wie Hörner sagt. Die beiden können jetzt unter dem Dach von KiWi „ein Vollprogramm machen in einem tollen Umfeld. Das ist halt das Wunderbare, was uns KiWi da angeboten hat“.
Fest steht inzwischen, das bekräftigt Stefan Gallenkamp noch einmal soeben am Telefon: „Dem Verlag geht es gut“, das werde auch die nächste Quartalsmitteilung deutlich machen, die nächste Woche kommt: „Wir wollen das Programm-Segment ‚Eichborn Berlin‘ als literarisches Segment des Verlags fortführen“, wenn auch „vielleicht etwas breiter aufgestellt“.
Aber er lässt sich bei der Suche nach einer Nachfolge Zeit, weil „wir vielleicht das Programm künftig etwas internationaler sehen“. Offen ist noch, das wird auch von der Nachfolge-Suche abhängen, ob der Standort Berlin behalten wird.
Bis Ende 2008 werden Wolfgang Hörner und Esther Kormann sich noch um das laufende und das kommende Eichborn-Programms kümmern. Und vor allem: „Wir gehen nicht im Streit – wir trennen uns in größtem Respekt voneinander.“
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