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Die zehn besten Krimis im November/ Steinfest behauptet Platz 1

Auch nach der Buchmesse erscheint die KrimiWelt-Bestenliste gänzlich unerschöpft mit besonders interessanten Empfehlungen.

Erneut steht ein deutschsprachiger Autor auf Platz 1: Heinrich Steinfest. Die Begeisterung der Jury für diesen Autor ist ungebrochen.

Jean-François Vilars „Die Verschwundenen“ ist auf Platz 2 geklettert, eine ebenso spannende wie komplizierte Lektüre, die sich allemal lohnt.

Neu auf der Liste und auf Platz 3 ist Jerome Charyn mit dem zehnten Band seiner Saga um den Cop, Mafioso, Mörder und Juden Isaac Sidel „Citizen Sidel“. Das Buch passt wie die Faust zur Lage: Sidel ist Oberbürgermeister von New York und wird dringend als Vizepräsidentschaftskandidat gebraucht, um dem Präsidentschaftskandidaten (selbstverständlich Demokrat) aus der Patsche zu helfen. Charyn ist ein Meister der Mythisierung, der sich in diesem Roman das Ritual des allergrößten amerikanischen Mythos, die Präsidentschaftswahl, vorgenommen hat. Außergewöhnlich, unbedingt lesenswert, so aktuell wie vor neun Jahren, als das Buch erstmals in New York erschien.

Norbert Horst, aus dem Kopf und mit dem Kopf einen Kriminalhauptkommissars schreibender Autor, ist Ihnen bereits aus anderen Bestenlisten bekannt. Auf Platz 4 neu sein vierter Roman: „Sterbezeit“.

Ebenso nicht unbekannt ist der Schotte Allan Guthrie, hier neu mit seinem 2005 original erschienenen Neo-Noir „Post Mortem“. Offensichtlich gelingt es dem Rotbuch-Verlag jetzt nach langer Zeit wieder, überzeugende Krimis zu verlegen und damit an die alte Tradition anzuknüpfen, als Rotbuch gleichbedeutend mit Krimi-Avantgarde war.

Und noch ein besonderes Schmankerl befindet sich auf Platz 10: Erstmals haben wir einen waschechten Comic ausgezeichnet. Fred Vargas/Baudoin: Das Zeichen des Widders ist eine 2000 entstandene Graphic Novel, die die in Frankreich immer schon zum festen Bestand gehörende Verbindung zwischen Krimi und Comic aufs schönste erneuert.
1. (1) Heinrich Steinfest: Mariaschwarz. Piper
Hiltroff/Wien/Mailand: Vor drei Jahren wurde Töchterchen Clara entführt. In Hiltroff, im marienschwarzen See, liegt die Zeugin der Entführung, skelettiert. Vinzent Olander, trauernder Vater, und Chefinspektor Lukastik suchen ein Kind – und finden Löcher im Universum. Krimi wunderbar. POW!

2. (3) Jean-François Vilar: Die Verschwundenen. Assoziation A
Paris/Prag: 3 Jahre waren Victor und Alexandre Geiseln von Terroristen. Zurück in Paris, stirbt Alexandre. Victor verliert sich im hinterlassenen Tagebuch von Alexandres Vater. 1938: Surrealisten, Trotzkisten, Stalinisten. Hitler. Dreiecksgeschichten: Kunst, Liebe, Spione. Krimi als historisches Kaleidoskop. Enorm.

3. (-) Jerome Charyn: Citizen Sidel. Rotbuch
New York: Isaac Sidel, Bürgermeister von New York, Mörder, blonder Jude, ist der Liebling der Demokraten. Er soll Vizepräsident werden, seine Popularität den Kandidaten retten. Doch er muss aufklären, warum Doug Knight seinen Sohn getötet hat. Band 10 der Sidel-Saga, ohne die das 20 Jahrhundert unverständlich bliebe.

4. (-) Norbert Horst: Sterbezeit. Goldmann
Eine Mittelstadt in Nordrhein-Westfalen: KHK Kirchenberg hat Probleme mit Freundin Ayse und drei Todesfälle. Ein Drogentod, die Leiche einer Greisin und ein 30 Jahre altes Gerippe. Abgesägte Hände fordern bundesweite Recherchen. Polizeiarbeit: knapp, klar, behördlich. KHK Horst am Werk.

5. (4) Deon Meyer: Weißer Schatten. rütten & loening
Kapstadt/Lowveld: Als Emma le Roux ihren toten Bruder im TV auf einem Fahndungsfoto zu erkennen glaubt, macht sie sich auf die Suche, beschützt von Bodyguard Lemmer. Eine abenteuerliche Recherche durch Südafrikas Wildnis, Gesellschaft und Geschichte. Großartig, epischer Atem. Meyer wird immer besser.

6. (6) Leonardo Padura: Der Nebel von gestern. Metro im Unionsverlag
Havanna: Mario Conde, Antiquar, stößt in einer Privatbibliothek auf das Bild einer Bolero- Sängerin. Die „Königin der Nacht“ verzauberte die Männer und verschwand 1961. Der Ex-Polizist sucht Spuren und Zeugen – eine Reise durch fünfzig Jahre Kuba. Padura: melancholischer, faszinierender denn je.

7. (-) Allan Guthrie: Post Mortem. Rotbuch
Edinburgh: Robin, Eddie und Robins Frau Carol haben den Dreh raus: Banküberfall mit Geiselnahme. Pech, dass Kassiererin Hilda an einem Stich in den Hals verstirbt. Das bringt Sohn Pearce, nach zehn Jahren Knast gerade wieder frei, auf Rache-Tour. Psycho-Noir-Groteske mit extrem tödlichem Ausgang.

8. (9) Bernhard Jaumann: Die Augen der Medusa. Aufbau
Montesecco, Italien: Vor den Toren des 25-Einwohner-Kaffs fliegt eine Limousine mit Staatsanwalt in die Luft. Doppelte Belagerung: Medien und Polizei wollen den im Ort verschanzten Attentäter ausräuchern, doch die Dörfler haben besseres vor. Witzig, kunstvoll. Krimi-Idyll: So könnte Leben lebendig sein.

9. (2) Richard Stark: Fragen Sie den Papagei. Zsolnay
Pooley, Massachusetts: Parker ist auf der Flucht. Ein Einheimischer nimmt ihn unter die Fittiche. Er braucht den Fachmann, um seine Ex-Arbeitgeber zu berauben. Groteske Profi-und-Amateur-Geschichte. Comeback von Altmeister Stark mit einem der coolsten Verbrecher der Krimigeschichte. Jubel.

10. (-) Fred Vargas/Baudoin: Das Zeichen des Widders. Aufbau
Paris/Orange: Grégoire und Vincent klauen, um zu überleben. Das ist schwer in Frage gestellt. Sie haben in die Tasche eines Serienkillers gegriffen. Jetzt ist er hinter ihnen her, malt Widder-Gehörn auf seine Opfer. Auch im Comic ist Kommissar Adamsberg unbesiegbar. Vargas schwarz-weiß. Toll.

Die November-Ausgabe der KrimiWelt-Bestenliste wird auch im NordwestRadio (heute live, ca. 8:35 Uhr, und am Sonntag in der Literaturzeit zwischen 15:00 und 16:00 Uhr) sowie in der Literarischen Welt vorgestellt.

Buchhändler können einen dreifarbigen Flyer mit der aktuellen KrimiWelt-Bestenliste bestellen. Kontakt: KrimiWelt, c/o asv vertriebs GmbH, Süderstraße 77, 20097 Hamburg, E-Mail: krimiwelt@axelspringer.de , Fax: 040/34 72 76 68.

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