Home > ARCHIV > SBVV wird Strafanzeige gegen Ex Lbiris einreichen

SBVV wird Strafanzeige gegen Ex Lbiris einreichen

Der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) hat heute angekündigt, gegen die Tochtergesellschaft des Migros-Genossenschafts-Bund (MGB), Ex Libris, Strafanzeige einzureichen, meldet der „Schweizer Buchhandel“ in einem Sonder-Newsletter.

Grund für die Klage ist eine ganzseitige Anzeige in der heutigen Ausgabe des Zürcher „Tages-Anzeiger“. Darin wird suggeriert, Franz Hohlers neues Buch, „Am Ende eines ganz normalen Tages“, sei als Taschenbuch erschienen. Dies ist nicht der Fall, darum handelt es sich nach Ansicht des SBVV um eine „offensichtliche Kundentäuschung“. In einem Brief wendet sich SBVV-Präsidentin Marianne Sax an die Verbandsmitglieder.

Das Schreiben hier im Wortlaut:

Liebe Kolleginnen und Kollegen im Sortiment
Ex Libris macht uns das Leben schwer. Seit Tagen veranstalten sie einen Riesenwirbel um ihre 30%-September-Aktion. Das Ziel dieser Dumping-Kampagne kurz nach dem WAK-Entscheid ist klar: Wenn der Schweizer Buchhandel am Boden ist, braucht es kein Preisbindungsgesetz mehr. Abklärungen haben ergeben, dass eine Klage wegen Dumping jedoch chancenlos bliebe. Wir konnten einzig darauf warten, dass bei der Preisausschreibung Fehler gemacht würden.

Hier scheint er zu sein: Heute war ein 20000-Franken Inserat mit hässlicher 30-Prozent-Werbung auf Seite 6 im „Tages Anzeiger“. Dort ist der neuste Franz Hohler „Das Ende eines ganz normalen Tages“ drin für Fr. 18.60 (das Bild suggeriert ein Taschenbuch), mit 30 Prozent Rabatt ergibt dies einen Endverkaufspreis Fr. 13.-! Im Laden kann einem Ex Libris – wir haben dies heute an verschiedenen Orten der Schweiz getestet – das angebliche Taschenbuch aber nicht verkaufen, sondern nur die Hardcover-Ausgabe für den Ex-Libris-Preis von 22.35-Franken.

Laut unserem Juristen ist diese Aktion illegal. Wir werden heute Nachmittag Strafanzeige gegen diese offensichtliche Kundentäuschung einreichen. Unsere Abklärungen haben ergeben, dass wir damit gute Chancen haben.

Ex Libris wird behaupten, es handle sich dabei um eine Taschenbuchausgabe, aber wir haben das abgeklärt: Es gibt weder ein Taschenbuch noch sonst eine Lizenz des neuen Franz Hohler ausser dem Hörbuch.

Es ist mir wichtig, Ihnen zu versichern, dass wir in die Hosen steigen und alles versuchen, um Ex Libris medial die Stirn zu bieten, was aber sehr schwer ist. Politisch, in Bezug auf ein Preisbindungsgesetz, kommen uns diese Rundumschläge aber vielleicht sogar entgegen: Die schlimmsten Befürchtungen im Preiskampf um das Kulturobjekt Buch treffen ein.

Wirtschaftlich ist die Aktion für viele Buchhandlungen eine Katastrophe. Wir bitten Sie: Halten Sie die Ohren steif, bleiben Sie bei Ihren Preisen und Ihrem Service. Wir tun, was wir können, um Sie zu unterstützen.

Herzliche Grüsse,
Marianne Sax

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige