DREI FRAGEN AN Joachim Herbst, Eigentümer des Daedalus Verlages über seinen Schnellschuss von sechs Bänden kroatischer Lyrik kurz vor der Leipziger Buchmesse.

Buchmarkt.de: Warum kurz vor der Buchmesse gleich sechs Bände kroatischer Lyrik noch als Schnellschuss?
Joachim Herbst: Die Bände fügen sich hervorragend in unser kleines Lyriksegment, das wir mit dem Postkartenkalender „Fliegende Wörter“ bereits seit 15 Jahren erfolgreich bedienen. Zudem fügte sich hier am Verlagsstandort Münster, dass ich die Übersetzerin Alida Bremer, die hier ebenfalls wohnt, bereits gut kannte und dazu hat Herrmann Wallmann (Künstlerischer Leiter des renommierten Lyrikertreffens Münster) die Bücher lektoriert, so dass wir die entsprechende Kompetenz zusammenbringen konnten. Alida Bremer ist übrigens neben dem Schriftsteller György Dalos verantwortliche Kuratorin für den Kroatien-Auftritt in Leipzig.
Das klingt so, als ob Ihr Programm um die Lyrik ausbauen könnten.
Sicher ist die Hilfe des kroatischen Kulturministeriums ein guter Start. Wir haben noch einen weiteren Titel angeboten bekommen, den wir wegen seiner Komplexität zur Messe nicht realisieren konnten und wollten. Aber die Leipziger Messe will Kroatien in den nächsten drei Jahren weiter hochhalten und fördern. Da könnte es sich durchaus lohnen weiterzumachen und unser Lyriksegment auszubauen.
Was macht Sie optimistisch, dass Sie mit Lyrik ein Geschäft anfangen können.
Ich bin seit 25 Jahren Optimist, aber man muss das in realistischen Bahnen sehen. Dafür brauchen wir neben Kooperationen die Unterstützung von allen Seiten, sonst kann das nicht funktionieren. Sicher werden wir auch den Blick noch weiter in andere Länder schweifen lassen. Schwerpunkt wird bei Daedalus auch in Zukunft das Sach- und Fachbuchprogramm bilden.