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„Kleinkram“: Hausdurchsuchung in Bertelsmann-Stiftung provoziert Spekulationen im Blätterwald

Heute bestätigt die Süddeutsche Zeitung noch einmal, was gestern bereits das Manager Magazin berichtete: Bei der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh stand die Staatsanwaltschaft München wegen Unregelmäßigkeiten in Spesenabrechnungen vor der Tür [mehr…]. Ausgerechnet eine anonyme Spur hätte die Fahnder auf die Fährte gelockt. Das Blatt aus München will nun wissen, dass es sich bei einem Haushalt von 70 Mio. Euro um Spesenabrechnungen in Höhe eines vierstelligen Betrages handelt. Und zitiert den zuständigen Oberstaatsanwalt Anton Winkler.

Die Netzeitung klärt auf, wie solche Gedanken zustande kommen: „Das „Manager Magazin“ erscheint im „Spiegel“-Verlag und gehört über dessen Minderheitsgesellschafter Gruner+Jahr selbst zu den Ausläufern des Bertelsmann-Imperiums. Daher haben sich die Wirtschaftsredakteure, die heute darüber in „SZ“ und „FAZ“ (S. 22) berichten, gedacht, dass dieser Bericht womöglich nicht ohne Hinweise aus Bertelsmann-Kreisen entstand.“

Bei der geringen Summe schießen nun öffentlich Gerüchte und Verdachtsmomente ins Kraut. Das Image des Protagonisten und Vorstandschef der Stiftung Werner Weidenfeld soll bereits angekratzt sein. Krach im Hause Bertelsmann? Liz Mohn sei auf Distanz gegangen, so die SZ. Ist die Stiftung zu mächtig? Immerhin hält sie 76,9 Prozent der Anteile am Konzern. Aus der Führung um Mohn sollen keine Worte gefallen sein, die Weidenfeld bis zum Beweis seiner Unschuld in Schutz nehmen.

Ein Akt, Weidenfels loszuwerden? Gerade erst habe sich ver.di von der Stiftung distanziert. Ein Signal, dass die Stiftung wichtige Gesprächspartner verliere? Aber ist ver.di wirklich ein Gesprächspartner? Oder hat der ver.di-Vorwurf getroffen, dass die Bertelsmann-Stiftung der Arvato neue Geschäfte beschere, in dem sie sich dafür einsetze, öffentliche zu privatisieren?

Die Bertelsmann Stiftung will „in vollem Umfang mit den Ermittlungsbehörden“ kooperieren, hat sie jedenfalls angekündigt. Und Weidenfeld: „Es handelt sich um Kleinkram.“

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