Wieder neue Gerüchte um den Verkauf der Süddeutschen Zeitung: Wie es heute im österreichischen Standard heißt, interessiere sich jetzt der Brite David Montgomery für die SZ. Dessen Medienkonzern Mecom erwägt eine Übernahme. Dass es der Standard wissen will, ist kein Zufall. Mecom hält 49 Prozent an dem österreichischen Rennomierblatt.
Eine direkte Bestätigung scheint es jedoch nicht gegeben zu haben. Das Unternehmen sei immer auf der Suche nach Qualitätstiteln und schaue sich jede Gelegenheit an, sagte eine Sprecherin der börsennotierten Holding von Montgomery am Montag. Mecom gehören in Deutschland bereits die Berliner Zeitung, die Hamburger Morgenpost und die Netzeitung.
Nach einem Bericht der Sunday Times will sich Mecom mit den Finanzinvestoren Apax, Providence und 3i verbünden, um in einer ersten Auswahlrunde bis Ende Oktober für eine Beteiligung von 62 Prozent der Anteile zu bieten.
Weiter heißt es in der Meldung: „Für die „Süddeutsche Zeitung“, Deutschlands auflagenstärkste seriöse Tageszeitung, wurde zuletzt ein Preis von bis zu einer Milliarde Euro genannt. Allerdings ist noch unklar, wie die zum Süddeutschen Verlag gehörende Münchener Zeitung veräußert wird.“
Als weitere Interessenten gelten unter anderem die deutschen Verlage Holtzbrinck und DuMont Schauberg. Die Südwestdeutsche Medienholding („Stuttgarter Zeitung“, „Stuttgarter Nachrichten“), die bereits 18,75 Prozent hält, erwägt Medienberichten zufolge, ihr Vorkaufsrecht wahrzunehmen, schreckt aber vor den hohen Preisvorstellungen der Miteigentümer zurück.
Montgomerys Einstieg in Berlin hatte dort heftigen Widerstand hervorgerufen. Er gilt als harter Sanierer, weswegen in der Redaktion viele die journalistische Qualität des Blatts in Gefahr sahen.