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DREI FRAGEN AN Johannes Thiele zur Neugründung

Heute haben Christian Brandstätter und Joahnnes Thiele die Gründung ihres neuen Verlages bekannt gegeben [mehr…]. Anlass für DREI FRAGEN an Johannes Thiele :

Johannes Thiele

Warum noch eine Neugründung? Gibt’s nicht schon genug Verlage?

Johannes Thiele: Es gibt zwar mehr als genug Probleme in der Welt, aber sicherlich nicht genug Verlage, die unabhängig und kreativ sind, die etwas Besonderes bieten, nicht die karge und austauschbare Durchschnittskost der Kopieranstalten in den Konzernen. Mit den eigenständig auftretenden, jedoch aufeinander abgestimmten Unternehmen „Brandstätter“ und „Thiele“ entsteht ein Ensemble privat geführter Verlage, die in besonderer Weise vom Gespür und Geschmack ihrer Verlegerpersönlichkeiten bestimmt sind.

Was ist mit dem Europa Verlag Wien, den Sie vor einem Jahr erworben haben?
Die Zukunft der beiden Mitbewerber unter der Flagge „Europa Verlag“ – in Zürich* und Leipzig – ist ungeklärt. Letzterer befindet sich noch immer in der Insolvenz. Und außerdem gibt es den „Neuen Europa Verlag“. Es erschien uns nicht sinnvoll, diesen Verlagsnamen unter den aktuell gegebenen Umständen zu nutzen. Gleichwohl arbeiten wir weiter am Konzept einer Wiedereröffnung dieses traditionsreichen Hauses in Wien. Also gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Der Thiele Verlag wird allerdings mit einem ganz anderen Ansatz in den Markt gehen.

Und welcher Ansatz wäre das?
Fast alle Neugründungen der letzten Zeit verstehen sich als literarische Programme oder kommerzielle Unterhaltungsverlage. Der Thiele Verlag setzt auf Entdeckungen jenseits des Mainstreams, jedoch mit der Ambition einer hohen Aufmerksamkeit und Resonanz beim Publikum. Hier zählen Ideen, Inspiration und Charme. Einem qualitätsbewußten Niveau der Themenfindung wird eine neu erprobte Kunst der Ausstattung entsprechen: Sie sollen schön sein, die Bücher. Ihnen soll alles gegeben werden, was möglich ist. Sie sollen in der Hand der Leserin, des Lesers zum sinnlichen Vergnügen werden. An Originalität, an Liebe wird in diesem kleinen, durchdachten und intelligenten Programm also nicht gespart. Buchhandel und Publikum werden das zu schätzen wissen, da sind wir uns ganz sicher.

* dazu erreicht uns, während wir dieses Gespräch führen, diese Meldung [mehr…]

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