Zum zweiten Mal präsentiert die KrimiWelt – Die Bestenliste von WELT, ARTE und NordwestRadio ihre Auslese der Auslese: die zehn besten Krimis des Jahres 2006.
Und zwar dort, wo die KrimiWelt-Bestenliste im März 2005 das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat – auf der Leipziger Buchmesse.
Auf Platz 1 hat es Robert Littells „Die kalte Legende“ geschafft; laut Jury „ein Meisterwerk der Spionageliteratur – und ein höchst aktuelles Buch“. Gefolgt wird Littell von drei deutschsprachigen Autoren: Oliver Bottini, Andrea Maria Schenkel und Paulus Hochgatterer.
„Nicht ohne Stolz möchte ich darauf hinweisen, daß Andrea Maria Schenkels berechtigter Durchbruch zur Bestseller-Autorin unter anderem durch die fachkundige und innovationsdurstige Jury der KrimiWelt-Bestenliste vorbereitet wurde. Seit Erscheinen ihres Buches Tannöd im März 2005 stand sie vier Monate in Folge auf unserer Bestenliste“, so Jurysprecher Tobias Gohlis.
Die KrimiWelt-Bestenliste 2006:
1. Robert Littell: Die kalte Legende. Scherz
New York/Prag/London/Qiryat Arba/ Moskau: Martin Odum hat als CIA-Agent so viele Legenden gelebt, dass er seiner selbst nicht mehr gewiss ist. Er sucht nach einem durchgebrannten russischen Ehemann und öffnet ein Kapitel Destruktionsgeschichte. Ein Meisterwerk des Agententhrillers nach dem Kalten Krieg: Wettlauf zwischen CIA und Wahrheit.
2. Oliver Bottini: Im Sommer der Mörder. Scherz
Freiburg/Kirchzarten/Kehl: Eine Scheune brennt, ein Waffenlager fliegt in die Luft. Hauptkommissarin Louise Bonì ist trocken und wieder dabei. Sie sind außen vor: die Freiburger Polizei, die französischen Kollegen in Kehl. Terrorismusverdacht genügt, und alles wird Geheimsache. Bottinis zweiter Roman: mindestens so gut wie der erste.
3. Andrea Maria Schenkel: Tannöd. Edition Nautilus
Einhausen, Oberpfalz 1954: Auf Tannöd sind der Bauer, die Bäuerin, die alte Bäuerin, die Magd und alle Kinder erschlagen. Ein Dorf versucht zu begreifen. Zeugen reden um den leeren Raum, dazwischen Gebetslitaneien. Selten war die Heimat so schwarz. Ein Debüt, sehr nah dran.
4. Paulus Hochgatterer: Die Süße des Lebens. Deuticke
Furth am See: Seinesgleichen geschieht. Psychiater Horn und Kommissar Kovacs stochern in der verrückten Welt. Eine kleine Stadt in Austria. Opas Kopf zermalmt, dem Kind die Beine gebrochen. Ein Mädchen spricht nicht mehr. Psychiater und Kommissar: Die Welt ist, wie ihr Berufsblick sie zeigt: verrückt.
5. Pete Dexter: Train. Liebeskind
Los Angeles nach dem Krieg: Train ist schwarz, jung, achtsam. Im kleinen Finger hat der Caddie mehr Golf als die, denen er das Bag schleppt. Mr. Packard, reicher weißer Detective, greift dem Schwarzen unter die Arme. Roman über das Recht des großen Talents, den alltäglichen Rassismus und das, was wichtig ist: Mord ist es nicht. Kein Wort zu viel.
6. Michael Robotham: Amnesie. Goldmann
London: Detective Inspector Ruiz wird aus der Themse gezogen. Ihm fehlen der Ehering, der dazugehörende Finger und die Erinnerung. Robotham macht überaus spannend und fintenreich die Floskel erneut wahr: Nichts scheint, wie es ist – und in diesem vertrackten Fall von Kindesentführung sogar zwei Mal.
7. Arne Dahl: Rosenrot. Piper
Stockholm/Südschweden: Ein Mord, der andere Morde und ein Mordkomplott verdeckt. Ein Afrikaner wird vom Dach geschossen, ein Polizist sieht rosenrot. Die Spezialisten der A-Gruppe kämpfen um eine der ihren. Kann man leben, wenn man das Wichtigste vergessen hat? Klassisch. Bester Dahl.
8. John le Carré: Geheime Melodie. List
London/Nordseeinsel: Stardolmetscher Bruno Salvador – Vater Missionar, Mutter aus Kivu (Ostkongo) – übersetzt seltene afrikanische Sprachen. Ein Bastard, wie er bei le Carré fast immer im Buche steht. Als er auf ein Komplott gegen Kivu stößt, schlagen sein weißes und sein schwarzes Menschenherz. Antiglobalisierungssatire im Geheimdiensttarngewand.
9. David Peace: 1977. Liebeskind
Leeds: Detective Sergeant Fraser und Gerichtsreporter Jack Whitehead als Verfolger, Opfer und Täter. Werden ihre Geliebten die nächsten Opfer des Yorkshire-Rippers sein? Angst herrscht im Jahr des Silbernen Thronjubiläums von Elisabeth II. Band zwei des Red-Riding-Quartetts. Der erste, „1974“, war Kriminalroman des Jahres 2005.
10. Friedrich Ani: Idylle der Hyänen. Zsolnay
München: Mutter erhängt, Kind verschleppt. Schriftsteller Seiler ist verdächtig. Doch der hat jemand anderen getötet. Was ist Töten? Kommissar Polonius Fischer, ehemals Mönch, ist die starke Figur in Friedrich Anis philosophischem Kriminalroman. Beginn einer neuen großen Romanreihe.
Weitere Informationen zu Liste und Autoren unter www.arte.tv/krimiwelt.







