Vom 8. bis zum 18. Februar war der Berliner Martin-Gropius-Bau fest in der Hand der internationalen Filmbranche, denn während der Internationalen Filmfestspielen Berlin fand hier der European Film Market EFM statt. Überall an den Tischen und Sitzgruppen in der hohen Halle und an den Ständen der Aussteller waren Vertreter des Filmgeschäfts in Gespräche vertieft.
Doch nicht nur für sie war die Berlinale ein wichtiger Termin: Auch Vertreter der Buchbranche haben die Berlinale verstärkt für sich entdeckt und profitieren von der zunehmend engen Verzahnung beider Branchen. Dazu hat auch die seit drei Jahren bestehende Kooperation zwischen der Frankfurter Buchmesse und der Berlinale beigetragen.
„Das Zusammenspiel von Büchern und Filmen ist für beide Branchen sehr wichtig, weil sie so eng miteinander verbunden sind: Ihrer beider Geschäft ist das Erzählen von Geschichten, sie brauchen sich also gegenseitig“, sagte Julian Friedman von der Blake Friedman Agency. Der Londoner Literaturagent und Redakteur des ScriptWriter Magazine war einer von 33 Teilnehmern am Stand der Frankfurter Buchmesse auf dem EFM, den es im Rahmen der Kooperation seit 2006 gibt. Umgekehrt findet auch während der Frankfurter Buchmesse im Oktober ein Berlinale-Tag im Forum Film & TV der Buchmesse statt.
Verlage wie Rowohlt, Ullstein und Suhrkamp sowie Agenturen wie die Bonnier Group oder PFD präsentierten am Stand ihre Bücher einem Fachpublikum aus aller Welt. „Der Stand ist eine zentrale Anlaufstelle auf der Berlinale“, so Thomas Zeipelt vom Verlag Suhrkamp. „Die Filmproduzenten wissen, dass sie hier auf Verleger treffen, die ihnen geeignete Stoffe anbieten.“ Von den gut 1.950 Filmen, die auf dem EFM angeboten wurden, sind rund 160 Literaturadaptionen.
Das Fachprogramm, das die Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit dem Berlinale Co-Production Market zusammengestellt hatte, trug dem Rechnung: Eine Podiumsdiskussion zu einer aktuellen Literaturadaption nach dem Roman „Lady Chatterley“ von D.H. Lawrence informierte die Teilnehmer über die Herausforderungen bei der Verfilmung von Literatur.
Im anschließenden Workshop „Secrets & Lies – How to Budget and Finance a Film“ gab Gerhard Schmitt von Gemini Film Einblicke in die tägliche Arbeit eines Filmproduzenten, verbunden mit praktischen Tipps und Hinweisen für eine gelungene Filmfinanzierung anhand eines konkreten Beispiels.
Höhepunkt des Fachprogramms war die Veranstaltung „Breakfast & Books“, bei der elf ausgewählte Verlage und Agenten ihre Bücher den rund 120 anwesenden internationalen Produzenten des Berlinale Co-Production Market persönlich vorstellen konnten.