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Heute in der NZZ: Der Pisa-Schock in der Schweiz heißt ALL

Ein Fünftel der erwachsenen Schweizer versteht Gebrauchsanweisungen und erst recht Abstimmungsunterlagen nicht. Die mangelnde Lesekompetenz ist einer der Befunde einer internationalen Studie, in der die Schweiz im Rechnen gut abschnitt. Frauen und Ältere erreichten schlechtere Noten als Männer und Jüngere, meldet die NZZ.

Die Erhebung firmiert als „Adult Literacy and Lifeskills Survey“ – abgekürzt ALL – und hat in einer ersten Tranche sechs Länder miteinander verglichen. Im zweiten Durchgang werden sich fünf weitere Staaten – Ungarn, die Niederlande, Australien, Neuseeland und Südkorea – dem Test unterziehen. Ein detaillierter Bericht über die Schweizer Ergebnisse, auch nach Kantonen gewichtet, soll im Herbst erscheinen.

Schon jetzt aber lässt sich aus den ersten Resultaten, die in der Schweiz in total 5120 Interviews in den Hauptsprachregionen erhoben und an der Universität Zürich wissenschaftlich ausgewertet wurden, für die Bildungs- und Arbeitspolitik Aufschlussreiches ableiten. So stellt der Ländervergleich mit Norwegen, Italien, Kanada, den USA, den Bermudas und dem (nur beim Lesetest beteiligten) mexikanischen Gliedstaat Nuevo León der Schweiz beim Rechnen im Alltag ein sehr gutes Zeugnis aus. Sie lag in diesem Bereich an der Spitze noch vor Norwegen, das in allen übrigen Testbereichen das beste Ergebnis erzielte.

Beim Problemlösen folgt die Schweiz dem führenden Norwegen mit einer guten Leistung auf dem Fuß. Die nur mittelmäßigen Noten bei Lesen und Textverständnis – getestet wurde die Fähigkeit Erwachsener, zusammenhängende Texte zu lesen und schematische Darstellungen zu interpretieren – bringen der Schweiz den vierten Rang hinter Norwegen, Kanada und den Bermudas ein. Immerhin liegen die USA in allen Disziplinen hinter der Schweiz zurück, wenn auch oft nur knapp. Im sprachregionalen Vergleich schnitt die Deutschschweiz in drei von vier Disziplinen besser ab als die italienisch- und die französischsprachige Schweiz.

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