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Prinz in Mannheim schließt

„Wie heute früh schon kurz gemeldet, wird die zur Ganske Gruppe gehörende Beteiligungsgesellschaft Medienvertrieb Prinz GmbH, Mannheim, das Mannheimer Medienhaus Prinz Mitte des Jahres schließen. Das musste heute morgen um 9 Uhr die rd. 80 köpfige Belegschaft im Rahmen einer routinemäßigen Betriebsversammlung geschockt hinnehmen. Hauptgrund ist wohl, dass das ursprünglich vom ehemaligen Gonski Mitarbeiter Roman Grau entwickelte Konzept, alle medialen Angebotsformen vom Buch über Tonträger bis zur Software in einem Haus anzubieten von Anfang nicht so funktioniert hat, wie auch der seit 1994 verantwortliche Geschäftsführer Jörg Swidersky erhofft hatte. Auch die Grau-Inititiative, damals in Bielefeld im Verbund mit dem Kaufhof mit Gemini ein ähnliches Konzept am Markt durchzusetzen, hat ja bekanntlich nicht funktioniert. Hinzu kam ein rasanter Preisverfall im Tonträgerbereich, der etwa zur Hälfte zum Prinz-Umsatz beigetragen hat. Sichtlich sind alle Anstrengungen, das 1990 zunächst auf 4.600 qm gestartete Medienhaus auch wirtschaftlich rentabel zu machen, gescheitert; auch die Aufgabe von Radsortimenten und seit 1997 der Versuch, 800 qm zur Untermiete an die Spielwarenkooperation Vedes abzugeben haben nicht zum Erfolg geführt. Vergeblich waren auch alle Versuche, das Unternehmen an einen starken Wettbewerber zu verkaufen – was wohl nicht zuletzt auch an dem Gesamtumfeld liegt: Prinz gänzlich als reine Buchhandlung weiterzuführen, wird auf Grund der 1B-Lage des Hauses als wenig erfolgversprechend gesehen. Den letzten Ausschlag zur Schließung aber hat wohl die Ankündigung gegeben, dass in Kürze Habel ein 2000 qm großes Buchhaus in bester Lage eröffnet und dass auch Saturn ein großes Medienhaus angekündigt hat. Schwacher Trost für die geschockte Belegschaft, dass dort vielleicht eine Reihe von neuen Arbeitsplätzen für die alte Prinz-Mannschaft möglich wird. Die beabsichtigte Schließung von Prinz habe, das wird bekräftigt, hat „keinen Einfluss auf die künftige Entwicklung der klassischen Sortimentsbuchhandlungen“ Schrobsdorff, Düsseldorf und Buchhaus Campe, Nürnberg, die ebenfalls zur Ganske Gruppe gehören, aber rechtlich und wirtschaftlich von Prinz unabhängig sind. „

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