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All die schönen Bücher… Ellen Pomikalkos Lieblingsbücher, Heft 1/2016

Pomikalko

Jenny Bond, An einem Tag im Mai, DuMont

Die Rahmenhandlung spült eine junge Lehrerin, die durch die Weltwirtschaftskrise arbeitslos geworden ist, nach Washington ins Büro der First Lady, Eleanor Roosevelt, die sich unermüdlich und engagiert um karitative Dinge kümmert. Nun kommt Iris mit dem Weißen Haus in enge Berührung und mausert sich selbst zu einer guten Hilfskraft der Regierung. So interessant es ist, Roosevelts New Deal und den Kriegsbeginn nach Pearl Harbor quasi auf Augenhöhe mit dem mächtigsten Mann Amerikas zu erleben, so kitschig ist nach meiner Meinung der Stil, vor allem das Liebesdreieck betreend. Man bekommt einen Einblick in die Verhältnisse zwischen 1933 und 1945 in Form einer Seifenoper. Aber why not? Den Aufstieg ihrer Heldin kann sie nur behaupten, nicht gestalten, die beiden Geliebten sind Pappkameraden, doch die Geschehnisse jener Zeit werden wieder lebendig. Mancher wird es gern so leicht in sich reinziehen. (537 S., 9,99 Euro)

Bernard Cornwell, Starbuck. Der Kämpfer, Rowohlt

Muss ich mich schämen, dass ich jeden Roman dieses Autors über den amerikanischen Bürgerkrieg mit Lust lese? Obwohl in einer Tour die Kämpfe geschildert werden? Aber im Mittelpunkt stehen eben lebendige Charaktere, die Mannschaftsgeist oder Verrat verkörpern, mit denen man sich identifizieren kann oder nicht. An ihrem Verhalten entlang setzt er das Geschehen vorzüglich ins Bild, er versteht etwas von Waffen und Gefechten, wir sind dabei und langweilen uns kein bisschen. Die Gegensätze zwischen grau uniformierten Konföderierten und blauen Yankees werden an zwei Helden deutlich, die im jeweils anderen Lager dienen, und zwischen ihnen wieseln Egoisten ohne Moral. Den Generälen der Nordstaaten billigt er weniger Talent zu als den Südstaatlern Lee und Jackson. Das ist so wunderbar farbig und aufregend dargestellt, dass ich ungern ans Ende kam. Wie schön, dass es mit einem 5. Band weiter gehen wird. Auf unterhaltsame Weise in die Vergangenheit zu reisen und die Konflikte alter Zeiten mitzuerleben, kann nicht schaden. Und damals ging es noch Mann gegen Mann! (489 S., 14,99 Euro)

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