Wie verdienen verlagsunabhängige Autorinnen und Autoren ihr Geld, welche Wege gehen sie im Marketing, und worauf setzen die Erfolgreichsten unter ihnen?
Antworten auf diese und weitere Fragen liefert die Selfpublisher:innen-Umfrage 2026, deren Ergebnisse der Selfpublisher-Verband e.V. vorstellt. Durchgeführt wurde die Befragung im Februar 2026.
1.389 Autorinnen und Autoren haben sich beteiligt. Davon sind 1.247 aktiv im Selfpublishing tätig. Auf ihren Angaben beruht die ausführliche Auswertung, die der Verband nun veröffentlicht.
Inhaltlich reicht die Umfrage von Themen wie Preisgestaltung und Umsatzentwicklung über Marketingstrategien und die Nutzung von künstlicher Intelligenz bis zur Zusammenarbeit mit Dienstleister:innen. Neu hinzugekommen sind in diesem Jahr Fragen zu den erfolgreichsten Marketingaktionen und eigenen Newslettern. Da die Umfrage zugleich auf den Fragestellungen der Vorjahre aufbaut, lassen sich Entwicklungen über die Zeit hinweg nachzeichnen. Für die diesjährige Auswertung dienten vor allem die Zahlen des Vorjahres als Vergleichsgröße. Sämtliche Antworten wurden anonym erhoben.
Einige der zentralen Erkenntnisse:
- Die meisten Autor:innen entscheiden sich wegen der kreativen Kontrolle für das Selfpublishing: Ganze 69 %. Somit landet dieser Grund auch wie im Vorjahr auf Platz eins.
- Ebenso wichtig sind die Schnelligkeit (48 %) und die Flexibilität (44 %) im Hinblick auf den Veröffentlichungsprozess. Viele Teilnehmende möchten nicht jahrelang auf Programmplätze oder Entscheidungen von Verlagen warten.
- Auch die unternehmerische Seite spielt eine große Rolle: 38 % möchten den Preis selbst festlegen, 27 % sehen höhere Verdienstmöglichkeiten im Selfpublishing.
- Die meistgewählten Genres sind: Sach-/Fachbuch (18 %), Fantasy (13 %) und Liebesroman (11 %). Ein ahnliches Ergebnis wie im Vorjahr.
- Selfpublishing ist für die Mehrheit der Teilnehmenden finanziell eher im Nebenverdienst-Bereich geblieben. 61 % liegen bei einem durchschnittlichen Monatsumsatz von unter 50 € brutto, weitere knapp 17 % zwischen 50 und 199 €. Besonders bitter: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die finanzielle Situation für viele Selfpublisher:innen eher verschlechtert
- Mehr als die Hälfte der Befragten sieht den Einfluss von KI auf kreative Arbeit nicht eindeutig positiv oder negativ: 33 % schätzen ihn als neutral ein.
- Trotz der mannigfaltigen Bedenken, nutzen 61 % der Selfpublisher bereits KI-Tools. Die meisten für die Recherche.
„Auch im dritten Jahr liefert die Umfrage wieder wichtige Erkenntnisse zur Realität des Selfpublishings“, erklärt Melissa Ratsch, Selfpublisherin und Initiatorin der Umfrage. „Außerdem lassen sich Trends im Selfpublishing ausmachen, zum Beispiel in den beliebtesten Genres oder bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz.“
Einen eigenen Schwerpunkt bildet wieder der „Best Practice“-Teil. Er nimmt gezielt die Autorinnen und Autoren in den Blick, die monatlich mehr als 2.500 Euro Umsatz erzielen, und fragt nach den Strategien dahinter.
„Besonders die Ergebnisse der finanziell erfolgreichen Selfpublisher:innen sind sehr interessant“, so Melissa Ratsch. „Zum Beispiel zeigt sich, dass man auch ohne Farbschnitt gut vom Selfpublishing leben kann. Die Ergebnisse der Umfrage liefern hier wichtige Hinweise und dennoch zeigt sich in diesem Jahr wieder, dass auch immer ein wenig Glück zum Erfolg dazu gehört.“
Die kompletten Ergebnisse erscheinen in zwei Blogbeiträgen auf der Website des Selfpublisher-Verbands: der erste beinhaltet die Gesamtauswertung über alle Teilnehmenden hinweg, eine gesonderte Analyse der erfolgreichsten Selfpublisherinnen und Selfpublisher folgt.
Weitere Informationen unter: www.selfpublisher-verband.de