Insgesamt besuchten 60.500 Zuschauer*innen die diesjährigen Veranstaltungen Positive Bilanz des 21. internationalen literaturfestivals berlin

Leïla Slimani © Hartwig Klappert

Das 21. internationale literaturfestival berlin [ilb] ging am Samstagabend nach elf Tagen erfolgreich zu Ende. 169 Autor*innen aus 47 Ländern nahmen an über 200 Veranstaltungen in ganz Berlin teil, davon 137 live vor Ort und 32 per Livestream zugeschaltet. Insgesamt besuchten nach Angaben der Veranstalter 60.500 Zuschauer*innen die Veranstaltungen, davon 15.000 live vor Ort. Auch die 40 online live gestreamten und vorabaufgezeichneten Veranstaltungen des ilbDIGITAL-Programms erfreuten sich mit insgesamt 45.500 Klicks großer Beliebtheit.

Die Eröffnungsrede hielt Leïla Slimani am 8. September im Festivalzentrum silent green Kulturquartier mit dem Titel „Call for Crime“. Die französisch-marokkanische Autorin sprach darüber, was es bedeutet, in patriarchalisch geprägten Gesellschaften als Frau zu schreiben. Zuallererst müssten Frauen sich vom Zwang, anderen immer gefallen zu wollen, befreien. Literatur im Allgemeinen brauche diese Freiheit. Schriftsteller*innen müssten sich freimachen von jeglicher Selbstzensur. Auch in der Lektüre vergangener Werke könne man lernen zwischen Werk und Autor*in zu unterscheiden. So sei es sehr wohl möglich, Louis-Ferdinand Célines Reise ans Ende der Nacht als großen Roman zu bewundern und den Autor als Antisemiten zurückzuweisen: „Wir wissen, dass wir menschlicher Niedertracht und Monstrosität ins Gesicht sehen müssen, dass wir unserer Vergangenheit ins Gesicht sehen, uns ihr stellen müssen. Literatur liebt Narben. Vor allem ist sie ein Ort der Komplexität. Das ist es, was große Bücher uns lehren: dass wir nicht alles verstehen können, dass die Welt vieldeutig ist, dass sich uns der Sinn der Dinge oder Ereignisse oft nicht erschließt. Und dass es oft nicht ausreicht, sich aufs Urteilen zu beschränken.“ (Übersetzung: Amelie Thoma)

Die Sektion Internationale Kinder- und Jugendliteratur eröffnete die norwegische Autorin Marianne Kaurin. Insgesamt 75 Veranstaltungen mit 24 Autor*innen ermöglichten Kindern und jungen Erwachsenen Einblicke in die Welt des Schreibens und Zeichnens. Unter anderem fand bereits zum 19. Mal das FamilienFest International statt. Mit dabei waren diesmal die Illustratoren Bernardo P. Carvalho], Matthew Forsythe, Thomas Harding und Guillaume Perreault.

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