Der andere Fragebogen Wie war Ihr Jahr, Michaela Hueber?

Seit dem 6. Dezember (Nikolaustag) fragen wir wieder bis zum 6. Januar 2022 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“. Heute beantwortet  Hueber-Verlegerin Michaela Hueber unseren „anderen“ Fragebogen:

Michaela Hueber: „Jeder Sprachkurs der nicht stattgefunden hat war ein Misserfolg! Sprache ist der Schlüssel zu jeder gelungenen Integration. Sprache verbindet Menschen und Völker“

Welcher Tag war ihr schönster im letzten Jahr?

Da ist die Antwort wirklich ganz einfach: Der 21. September 2021! 100 Jahre Hueber Verlag. Natürlich hätten wir uns nicht gerade dieses Pandemiejahr gewünscht, das große Feierlichkeiten unmöglich machte. Aber den Stolz und die Freude lassen wir uns nicht verderben. Unsere wechselvolle Geschichte haben wir in einer tollen Jubiläumsbroschüre festgehalten. Es ist eine Ehre und ein täglich neues Glück, dass ich in dritter Generation diesen Verlag führen darf. Fortführen, was mein Großvater Max gegründet hat und mein Vater Ernst zur Blüte gebracht hat. Ein Familienunternehmen ist nun mal etwas ganz Besonderes und gerade in diesen nicht einfachen Zeiten ist das enorme Engagement und die unverbrüchliche Loyalität unserer Mitarbeiter:innen von unschätzbarem Wert. Wir wissen bei Hueber, dass wir auf starken Schultern stehen. So werden wir auch die heutigen Herausforderungen meistern.

Worüber haben Sie sich 2021 am meisten geärgert?

Darüber, dass die Folgen der Pandemie so viel gute Arbeit vernichten und das ist auch der mangelnden Solidarität in unserer Gemeinschaft geschuldet. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass Millionen Deutsche sich nicht impfen lassen wollen. Unsere Freunde in Spanien, Frankreich oder Italien schütteln nur noch den Kopf über diese Deutschen.

Was war 2021 ihr schönster Erfolg?

Siehe oben! Dass es Hueber seit 100 Jahren gibt ist ja keine Selbstverständlichkeit. Und dass mit meiner Tochter Helen die vierte Generation schon bereit steht, um das Familienerbe fortzuführen erfüllt mich mit Freude und Zuversicht.

Und ihr traurigster Misserfolg war?

Jeder Sprachkurs der nicht stattgefunden hat! Sprache ist der Schlüssel zu jeder gelungenen Integration. Sprache verbindet Menschen und Völker.

Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag im letzten Jahr?

Die Universitätsbuchhandlung Rupprecht in der Amalienstraße. Sie führt das Lebenswerk meines Großvaters in kongenialer Weise weiter. Der Gedanke an meinen liebsten Verlag in diesem Jahr ist mit großer Trauer verbunden. Der Verleger Christos Karabatos, unser Partner in Griechenland, ist völlig überraschend verstorben – mit nur 57 Jahren.

Von welchem Thema wollen Sie (warum) in diesem Jahr nichts mehr lesen?

Pandemie und Corona!

Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?

Die Deutschen impfen sich in die Normalität zurück.

Welchen Fehler aus dem letzten Jahr möchten Sie in diesem Jahr vermeiden?

Zu wenig Zeit für Freunde zu haben.

Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?

Zu wenig Zeit für Freunde zu haben.

Welches Buch hat Ihnen im letzten Jahr besonders viel Freude gemacht?

Der Schrei des Hasen von Hans-Ulrich Jörges. Er ist einer der besten Politikjournalisten in Deutschland. Seine Autobiographie liest sich spannend wie ein Krimi und es ist ein Stück gelebter Zeitgeschichte. Selten bekommt man so intime Einblicke in den Politikbetrieb. Und Uli Jörges kann einfach schreiben!

Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?

Eindeutig unser neues Mittelstufen-Lehrwerk Vielfalt. Seine Protagonisten:innen stehen für Toleranz und Diversität. Werte, die mir und allen im Hueber Verlag wichtig sind. Diese Weltoffenheit ist praktisch ein Familienerbe.

Von wem würden Sie gern auch mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?

Von Maren Seiko, der Geschäftsführerin des Buchner Verlags.

Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?

Wie fühlt sich Ihr neues Leben mit Hund Felix (ein Großpudel) an?

Hier können Sie die auch beantworten:

Großartig! Er ist eine einzige Freude. Und das sagt jemand, der bisher eher (ängstlichen) Respekt vor Hunden hatte.

Gestern beantwortete Rita Bollig unseren anderen Fragebogen, morgen fragen wir Gesine Klack.

 

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