Das von der BILD Zeitung am 5. April gemutmaßte Buch-Duell zwischen Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble auf der kommenden Frankfurter Buchmesse bleibt aus. Der Grund: Die vom Droemer Verlag angekündigten Memoiren des Altkanzlers sollen wie geplant erst 2001 erscheinen. Die Darstellung von BILD, nach der Kohl mit „vier zusätzlichen Ghostwritern aufs Tempo“ drücke, um sich von Schäuble „nicht die Butter vom Brot“ nehmen zu lassen, weist Pressesprecher Martin Carlsberg als vollkommen abwegig zurück. Carlsberg wörtlich gegenüber BuchMarkt: „Ein Buch von dieser Tragweite schiebt man nicht mal eben schnell in den Markt.“Gleiches soll auch für die Schäuble-Memoiren (Arbeitstitel: „16 Jahre, 16 Monate“) gelten, die C. Bertelsmann für ein 6-stelliges Honorar Anfang des Jahres vom Parteivorsitzenden erworben hat. Programm-Geschäftsführer Klaus Eck: „Schäubles Erinnerungen enthalten einen umfassenden Rückblick auf die ära Kohl – auch hinter die Kulissen.“ Eine Reduktion des Buches auf Spendenskandal und Abrechnung à la Lafontaine aber, wie von BILD geschehen, sei „nicht im Sinne Schäubles“ und stelle das Buch „weit unter Wert“, so Eck. Eine Zuspitzung des Themas durch die Presse wird der Verlag gleichwohl weder verhindern können und wollen – was letztlich zählt, ist der Verkauf. Vergleichsweise wenig spektakulär ging ein weiterer Memoiren-Deal über die Bühne: Die Deutsche Verlagsanstalt hat sich das Erstveröffentlichungsrecht der Polit-Erinnerungen des EU-Wettbewerbskommissars Karel Van Miert gesichert, die im Sommer erscheinen sollen. Das Buch, das der 58-jährige Belgier der DVA von sich aus angeboten hatte, enthält ein Resümée der brisantesten Fälle, mit denen der Wettbewerbshüter befasst war – einschließlich aller „Pressionen und persönlichen Anfeindungen“, wie der Verlag mitteilt. Interessantester Gegenstand aus Branchensicht: Van Mierts Rolle im Streit um die Buchpreisbindung.
Züricher Kommode Verlag wird Imprint des mairisch Verlags
Das Programm des Züricher Kommode Verlags erscheint zukünftig als Imprint „Edition Kommode“ im Hamburger mairisch Verlag. In einer Zeit, die für alle Verlage herausfordernd ist, ziehen die beiden Verlage mairisch