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EU will Register mit Rechteinhabern von Büchern anlegen und Verteilstelle für Einnahmen aus Online-Vertrieb aufbauen / Frankreich erhebt Einspruch gegen Settlement

Zwei Tage lang haben sich Verleger, Buchhändler, Rechtsexperten und Emissäre des Internet-Giganten Google die Klinken des Brüsseler Berlaymont-Gebäudes in die Hände gegeben, berichtet die WELT heute. Am Ende der stundenlangen Anhörungen in der EU-Kommission stand dann zumindest ein Ergebnis: Ein EU-weites Register soll entstehen, das Informationen über Rechteinhaber von Büchern sammelt und Einnahmen aus ihrem Online-Vertrieb verteilt.

EU-Medienkommissarin Viviane Reding und Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy warben dabei auch für Google Books. „Wenn wir zu langsam digital werden, könnte die Kultur Europas in Zukunft darunter leiden“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Beide wollen nicht nur die kritischen Seiten des Projekts zu sehen, heißt es in einem Bericht der ZEIT.

Das französische Kulturministerium erhebt inzwischen vor dem New Yorker Gericht ebenfalls Einspruch gegen einen vereinbarten Vergleich zwischen dem Internetkonzern und US-Autoren- und Verlegerverbänden, wie die Financial Times Deutsfchland (FTD berichtet. „Durch den Vergleich wird Google das Monopol erlangen, nicht mehr lieferbare europäische Bücher oder Werke unbekannter Rechteinhaber zu digitalisieren“, sagte demnach Nicolas Georges, Direktor für Bücher und Bibliotheken im französischen Kulturministerium, der Nachrichtenagentur Reuters.

Öffentliche Partnerschaften wie mit Google seien „Mittel, um die Digitalisierung von Büchern voranzutreiben“, sagte Reding nach WELT-Informationen. Sie steckt offenbar in einem Dilemma. Brüssel hat mit dem Projekt „Europeana“ bereits den Aufbau für eine eigene digitale Bibliothek begonnen und Ende 2008 eine erste Version online gestellt. Doch für die rund 2,5 Milliarden Bücher, die in Europas Bibliotheken liegen, reichen die EU-Mittel niemals. Bisher wurde erst ein Prozent davon digitalisiert.

Die Frist für einen Widerspruch gegen den von Google angebotenen Vergleich mit den Autoren- und Verlegerverbänden der USA endete gestern. Dass die EU-Kommission just zum gleichen Datum überhaupt erst eine Anhörung ansetzte, spricht Bände über die Chancen, rasch eine Lösung zu finden.

Der WELT-Bericht titelt wohl zu Recht „Umstrittene Signale für einen Kompromiss“ und fasst außerdem den aktuellen Stand um die Diskussionen zum Google Settlement zusammen.

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