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Ex-Präsident Carter wegen Unwahrheiten in Nahost-Buch verklagt

Fünf Privatpersonen haben am Dienstag gegen den ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter

Klage vor dem Bundesgericht in New York erhoben. Sie werfen ihm vor, sein Buch Palästina: Frieden und nicht Apartheid (auf Deutsch bei Melzer, s. Abb.) enthalte falsche Informationen.

Der Verlag Simon & Schuster, bei dem das Buch erschien, wurde ebenfalls verklagt. Die Kläger sind US-Amerikaner. Zwei von ihnen haben zusätzlich auch die israelische Staatsbürgerschaft. Sie fordern fünf Millionen Dollar Schadenersatz. In ihrem Schriftsatz heißt es, sowohl sie, als auch alle anderen Käufer, hätten angenommen, dass in dem Buch die historischen Ereignisse zwischen Israel und den Palästinensern wahrheitsgemäß aufgeführt seien. Carter gebe sich als Nahostexperte aus und präsentiere dennoch unrichtige Informationen. Damit verstoße er gegen das Gesetz.
In einer Erklärung der Anwälte der Kläger, David Schoen und Nitsana Darshan-Leitner, heißt es: Es sei „das erste Mal, dass ein Ex-Präsident und ein Verlagshaus wegen Verletzung des Verbraucherschutzgesetzes verklagt werden, weil sie wissentlich falsche Informationen veröffentlicht haben, während sie diese in dem Buch als Fakten präsentieren“.

Die Kläger weisen zudem darauf hin, dass ehemalige Berater und Kollegen Carters dem Verlagshaus gegenüber Bedenken wegen Unrichtigkeiten in dem Buch mitgeteilt hätten. Die Anschuldigungen seien von diesem jedoch nicht weiter verfolgt worden.

Carter hatte 1979 den Frieden zwischen Israel und Ägypten vermittelt. Im Jahr 2006 veröffentlichte er das umstrittene Buch „Palästina: Frieden statt Apartheid“. Darin übt der Friedensnobelpreisträger von 2002 scharfe Kritik an Israel, das seiner Meinung nach eine Apartheidpolitik gegenüber den Palästinensern betreibt. Im Dezember 2009 hatte Carter die jüdische Gemeinschaft in einem offenen Brief um Vergebung für Worte und Taten gebeten, mit denen er Israel gebrandmarkt haben könnte.

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