Jiří Gruša ist tot. Der tschechische Schriftsteller und Dissident starb im Alter von 72 Jahren in Deutschland, meldet der „Spiegel“. Gruša wirkte als Präsident des Schriftstellerverbands Pen und war Botschafter.
„Ich bin wie viele seiner Freunde schockiert über den unerwarteten Tod meines langjährigen Freundes und Kollegen Jiří Gruša“, sagte Václav Havel am Freitag nach Angaben seines Prager Büros. Tschechische Medien berichteten am Freitag, Gruša sei bei einer Herzoperation in Deutschland verstorben.
Nachdem er sich der oppositionellen Charta 77 anschloss, musste Grusa 1980 die damalige Tschechoslowakei verlassen. Er ging nach Deutschland ins Exil. Nach dem Sturz des kommunistischen Regimes 1989 kehrte er in seine Heimat zurück und wurde 1990 zum Botschafter in Deutschland ernannt.
Nach einem kurzen Zwischenspiel als Schulminister im Jahr 1998 vertrat Gruša sein Land anschließend sechs Jahre lang in Österreich. Gruša schrieb mehrere Romane (u.a. Der 16. Fragebogen, Mimner oder Das Tier der Trauer) und Gedichte.
Gruša, der seine letzten Werke auf Deutsch schrieb, trat auch als Übersetzer hervor. Unter dem Pseudonym Georg Birno übersetzte er auch Romane seine Schriftsteller- und Charta-Kollegen Pavel Kohout.
„Es ist mittlerweile unabdingbar, wenigstens zeitgleich mit englischsprachigen Ausgaben zu erscheinen“
Am heutigen 3. Juni, drei Monate vor Erscheinen der englischsprachigen Ausgabe, veröffentlicht der Hoffmann und Campe Verlag (HoCa) das neue Buch von Francis Fukuyama »Der letzte Mensch. Wohin steuert die Welt?«. Wir haben beim Verlag nachgefragt, wie es zur Frühveröffentlichung gekommen ist und ob man künftig regelmäßig vor der englischsprachigen Veröffentlichung starten will.