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Patricia Reimann verlässt Nagel & Kimche wieder

Patricia Reimann (c) Noah Cohen

Patricia Reimann und (nicht nur) die Schweizer Buchszene hatten sich auf das erste Programm mit ihrer Handschrift gefreut. Doch jetzt sickert aus Autorenkreisen durch: Gerade erst nach Zürich umgezogen wird sie bereits im Herbst ihren Arbeitsplatz dort als Verlegerin von Nagel & Kimche wieder verlassen.

Dass das schon vor einer offiziellen Verlautbarungen kursiert verwundert nicht: Der Verkauf des Schweizer Traditionsverlags Nagel & Kimche, der zur Carl Hanser Gruppe gehörte, an den Zeitschriftenverleger Kneidl und das abrupte Ausscheiden des langjährigen Verlagsleiters Dirk Vaihinger wenige Monate später hatten schon für großen Wirbel und Ratlosigkeit gesorgt. Dann die Überraschung:

Patricia Reimann, langjährige Programmverantwortliche für die Literatur bei dtv, übernahm die Leitung, zog nach Zürich und es schien bruchlos weiterzugehen. Auch die Autoren blieben und der Erfolg stellte sich wieder ein: Eveline Haslers Tochter des Geldes steht seit Wochen auf Platz 2 der Schweizer Bestsellerliste, und in kürzester Zeit entstand ein neues Herbst-Programm, das bereits Reimanns Handschrift trägt:

A.B Yehoshua, der nobelpreisverdächtige israelische Erzähler, hat ihr seinen neuen Roman anvertraut, ein Gesprächsband über ‚Political Correctness‘ mit Jordan Peterson, Stephen Fry u.a. und mit einem Vorwort von Eva Illouz steht neben einem Cartoon-Band, Kohnversation (sic mit h) von Charles & Ruth Lewinsky – das Haus lebt, da war man sich einig.

Fraglich, welche Zukunft dem Besitzer für den Verlag wohl vorschwebt? In der inzwischen veröffentlichten offiziellen Presseerklärung heißt es dazu nur, das „unverändert eigenständige Programm“ solle „in den kommenden Monaten und Jahren weiterhin zukunftsorientiert ausgebaut und erweitert werden“. Dabei stünde „unverändert der Standort Zürich im Mittelpunkt“.

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