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Umgeblättert heute: „Ein Film vor dem geistigen Auge, dessen Ende man kaum abwarten kann“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:“

  • „Wir sollen die Unterdrücker gewesen sein?“: In ihrem Roman „Die Rückkehr“ erzählt Dulce Maria Cardoso von einer Flucht aus der Kolonie. „Cardosos Schreiben hat eine lyrisch-metaphorische Qualität, die den Einschnitt in das Leben der Familie mit allen Sinnen spürbar macht.“
    Dulce Maria Cardoso, Die Rückkehr (Secession Verlag)
  • „Ein Antiheld mit karierter Krawatte“: Terrorabwehr als bürokratische Kleinstarbeit: Ute-Christine Krupps Roman Punktlandung.  „(…) eine psychologische Tiefe, für die sich die Erzählperspektive mit Innensicht als organisatorisches Prinzip des Textes eignen würde, stellt sich nicht ein.“
    Ute-Christine Krupp, Punktlandung (Wallstein Verlag)
  • „Richtiges Bewusstsein ist halt selten profitabel“: Ole Nymoen und Wolfgang Schmitt knöpfen sich die Influencer vor. „Manchen Beobachtungen aus dem unermüdlichen Strom der Clips hätte man einen etwas weiteren Analyserahmen gewünscht.“
    Ole Nymoen und Wolfgang Schmitt, Influencer. Die Ideologie der Werbekörper (Suhrkamp Verlag)

  • „Auf einen Tee mit dem Warlord“: Christopher Sims hat die Kulissen fotografiert, in denen das US-Militär zu Hause den Krieg übt.
    Christopher Sims, The Pretend Villages – Inside the U.S. Military Training Grounds (Kehrer Verlag)
  • „Schatten über der Welt“: Europa eine Seele geben: Adam Zagajewskis letzte Essays. „Die Texte, die in diesem Band versammelt sind, berühren die Stationen eines unruhigen Lebenswegs.“
    Adam Zagajewski, Poesie für Anfänger (Hanser)“Mitspielen statt wehren“: In Mary Gaitskills Erzählung Das ist Lust versucht eine Frau, die sich für emanzipiert hält, ihr Verhältnis zu „Me Too“ zu klären. Ist sie eine Komplizin? „Gaitskill erzählt in der Verschränkung zweier Stimmen die Genese eines lange tolerierten Machtmissbrauchs, drängt dabei aber keine Interpretation auf.“
    Mary Gaitskill, Das ist Lust (Aufbau)

  • „Nicht die Hoffnung auf bessere Zeiten, sondern die Furcht vor schlechteren“: Natan Sznaider setzt sich in seinem Essay Politik des Mitgefühls mit der Frage des moralischen Universalismus auseinander. „So lebt dieser überaus lesenswerte Essay vom fruchtbaren Widerspruch zwischen den liberalen Überzeugungen hier und der jüdischen Identität des Verfassers, eines Sohnes von Holocaustüberlebenden, dort.“
    Natan Sznaider, Politik des Mitgefühls. Die Vermarktung der Gefühle in der Demokratie (Beltz Juventa)
  • „Wenn sich das Glück kurz in einem Menschen ausruht“: Sarah Raichs Erzählungsband Dieses makellose Blau. „Sarah Raich zieht in ihre Geschichten mit einer äußerst präzisen und plastischen Sprache hinein, die Details erschaffen einen Film vor dem geistigen Auge, dessen Ende man kaum abwarten kann, obwohl man um die offenen Enden der Geschichten weiß.“
    Sarah Raich, Dieses makellose Blau (Mikrotext)
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