
Für seine Verdienste um die Wertschätzung des literarischen Übersetzens und der literarischen Übersetzer:innen in der Öffentlichkeit verleiht der Verband deutschsprachiger Übersetzer/innen literarischer und wissenschaftlicher Werke e.V. (VdÜ) die Übersetzerbarke 2025 an den in Berlin lebenden Literaturkritiker Thomas Hummitzsch.
In seinen Rezensionen, literaturkritischen Essays und zahlreichen Interviews betone der freie Literatur- und Filmkritiker Thomas Hummitzsch äußerst fachkundig die Bedeutung des literarischen Übersetzens und des übersetzerischen Wirkens. Unabhängig von Form und Umfang seiner Texte nehme er die literarische Übersetzung stets als Kunstwerk eigenen Ranges wahr und ernst. Dabei gebe er der literaturkritischen Auseinandersetzung mit der Übersetzung verlässlich Raum, gehe auf die Besonderheiten der jeweiligen Übersetzung und die Bedeutung ihrer Machart ein – ganz gleich, ob die zugrundeliegenden Werke Belletristik, Lyrik, Sachbuch oder Comic zugeordnet werden.
„Mit genauem Blick und Respekt vor den besonderen Herausforderungen verleiht Hummitzsch übersetzerischen Großprojekten die verdiente (und oftmals überfällige) Sichtbarkeit. In seinen differenzierten Kritiken weist er unermüdlich auf den Wert der Übersetzungskunst hin. Wie wichtig es ist, sie zu erkennen, anzuerkennen und entsprechend zu würdigen“, heißt es vom Verband.
Zudem thematisiere Thomas Hummitzsch auch immer wieder die besonderen Arbeitsbedingungen von Übersetzenden. Zum Hieronymustag 2024 habe er beispielsweise mit mehreren Berliner Kolleg:innen über ihre Arbeit als literarische Übersetzer:innen gesprochen. Sein Essay „Übersetzen übersetzen“, in den diese Gespräche eingeflossen sind, zeigten nicht nur die ideelle Verbundenheit der Übersetzenden mit ihrer Arbeit auf, sondern wiesen auch eindringlich und tiefgründig auf die strukturellen Bedrohungen in der Branche und die prekäre Lage der Übersetzenden hin.
Darüber hinaus mache er sich im öffentlichen und literaturkritischen Diskurs, bei Veranstaltungen, auf Podien und in persönlichen Gesprächen für die Kunst des literarischen Übersetzens stark. Er ist Teil der Jury für den Preis der Leipziger Buchmesse und gehört zur Stipendien-Jury beim Deutschen Übersetzerfonds.
Thomas Hummitzsch, geb. 1979, studierte Germanistik, Politikwissenschaft, Soziologie und Geschichte in München, Berlin und Paris. Seine Texte erscheinen u.a. im Schweizer Republik Magazin, Rolling Stone, im freitag, in der Galore oder der taz. Zudem betreibt er den literarischen Blog intellectures.
Für sein unermüdliches, leidenschaftliches und wirkungsvolles Engagement danke man ihm von Seiten der Übersetzer:innenzunft durch die Auszeichnung mit der Übersetzerbarke. Die Barke ist ein undotierter Preis in Form eines Originalkunstwerks und zeichnet seit 2004 Persönlichkeiten des literarischen Lebens aus, die für Literaturübersetzer:innen Bedeutendes leisten.
Das diesjährige Barken-Kunstwerk ist ein Bild der Ostberliner Fotografin Sophie Kirchner, die in ihrer Arbeit die Frage aufwirft, nach welchen Werten und Anschauungen wir leben wollen.
Die festliche Preisverleihung findet am Mittwoch, den 15. Oktober um 17:00 Uhr auf der Frankfurter Buchmesse im Zentrum Wort, Bühne für Literatur & Übersetzung, Halle 4.1 F21 statt.
Die unabhängige Jury (Bettina Bach, Friederike von Criegern, Karin Uttendörfer) und der gesamte VdÜ gratulieren Thomas Hummitzsch.