
Am 11. Juni erscheint der Wand-Wochenkalender prettybookplaces 2027 von Johanna Flock bei Schöffling & Co. Die Instagrammerin blickt darin auf ca. 56 Seiten wie auf ihrem gleichnamigen Account in verschiedene Buchhandlungen in Deutschland und der ganzen Welt. Wir durften ein paar Vorabblicke in den Kalender werfen und haben Johanna Flock die folgenden Fragen gestellt:
BuchMarkt: Wie sind Sie auf die Idee Ihres Instagram-Kanals gekommen bzw. was war die erste Buchhandlung oder Bibliothek, die Sie fotografiert haben?
Johanna Flock: Ich habe schon immer leidenschaftlich gern fotografiert und ganz klassisch mit Reisefotografie begonnen – auch, um mein Studium zu finanzieren. Parallel betreibe ich seit vielen Jahren meinen Kanal „@beautelicieuse“. Irgendwann habe ich gemerkt, dass sich in meinem Archiv erstaunlich viele Bilder von Bibliotheken und Buchhandlungen sammeln. Diese Orte hatten für mich schon immer eine besondere Anziehungskraft.

So entstand „Pretty Book Places“ – zunächst einfach als Idee, diesen Sehnsuchtsorten einen eigenen Raum zu geben. Mit der Zeit wurde daraus mehr als ein Fotokanal: eine Plattform für Bücherorte weltweit. Der Fokus liegt auf Buchhandlungen und Bibliotheken, ergänzt durch besondere Leseorte – etwa Cafés, Hotels, ein Park oder andere Plätze, die dazu einladen, mit einem Buch zu verweilen. Literatur ist dabei der rote Faden, um Orte neu zu entdecken.
Können sich Buchhandlungen und Bibliotheken auch aktiv bei Ihnen melden, um aufgenommen zu werden? Werden diese (auch im Kalender) namentlich genannt?
Ja, sehr viele Buchhandlungen und Bibliotheken melden sich aktiv bei mir und darüber freue ich mich jedes Mal. Der Austausch ist mir wichtig, denn „Pretty Book Places“ lebt vom Dialog mit der Buchwelt.
Die Orte werden namentlich genannt – sowohl auf Instagram als auch im Kalender.
Welcher im Kalender enthaltene Ort ist persönlich Ihr liebster und was macht den Charme von diesem für Sie aus?
Einen einzelnen Lieblingsort kann ich tatsächlich nicht benennen. Jeder der im Kalender versammelten Orte steht für eine eigene Begegnung, für eine eigene Geschichte. Mein Herz schlägt für diese Bücherorte gleichermaßen – für ihre Atmosphäre, ihre Architektur, ihre Menschen und diese besondere Ruhe, die sie ausstrahlen.
Wenn ich dennoch einen Ort nennen müsste, der mir persönlich am nächsten ist, dann wäre es mein Zuhause mit meiner Bücherwand. Dort stehen die Bücher, die mich seit Jahren begleiten, und dort lese ich am häufigsten. Das ist mein ganz privater Sehnsuchtsort – vielleicht der persönlichste Bücherort überhaupt.

Sind der Instagram-Kanal und der Kalender eine Nebenbeschäftigung für Sie bzw. gibt es weitere Ankerpunkte in Richtung Buchbranche?
„Pretty Book Places“ ist mein Hauptberuf. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, als Volljuristin tätig zu sein, und arbeite heute selbstständig im Bereich Fotografie und Social Media mit literarischem Schwerpunkt.
Meine Plattform ist und bleibt Instagram und genau das schätze ich: die direkte Verbindung zu einer Community, die Bücherorte als Sehnsuchtsorte versteht. Gleichzeitig sehe ich meine Arbeit als eine Form der Literatur- und Kulturvermittlung im digitalen Raum. Ich bewege mich dabei zwischen Reisereportage, kulturellem Stadtporträt und Social Media.
Für meine literarischen Stadtporträts reise ich gezielt in Städte und Regionen, um deren Buchkultur sichtbar zu machen. Literatur ist dabei der Ausgangspunkt – sei es eine traditionsreiche Buchhandlung, eine beeindruckende Bibliothek oder ein Ort, der einfach zum Lesen einlädt.
Dass diese Perspektive auf Resonanz stößt, merke ich sehr deutlich: Viele Beiträge werden tausendfach gespeichert, und ich bekomme regelmäßig Nachrichten von Menschen, die aufgrund meiner Empfehlungen selbst bestimmte Buchhandlungen oder Bibliotheken besucht haben.

Der Kalender, der nun in Zusammenarbeit mit dem Schöffling Verlag erscheint, ist für mich deshalb ein besonderer Schritt. Zum ersten Mal wird meine digitale Arbeit in ein Printprodukt mit einem unabhängigen Literaturverlag überführt. Für mich ist das ein schönes Zeichen dafür, dass das Interesse an kuratierten Bücherorten über Social Media hinaus gewachsen ist und dass diese Sehnsucht auch im klassischen Verlagskontext ihren Platz findet.
Die Fragen stellte Hanna Schönberg







