Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Hier zeigt sich der zivilisatorische Fortschritt“: Urbanisierung als Hoffnung: Ben Wilson erzählt die Geschichte der Städte zwar ohne leitende Idee, aber mit Optimismus. „Die Weltgeschichte der Städte ist vielfach geschrieben worden, von Lewis Mumfords gemeinschaftsbezogener Architektursoziologie bis zu Leonardo Benevolos grandiosem Bilder- und Kartenwerk mit formgeschichtlichem Schwerpunkt. Ben Wilsons Buch Metropolen möchte ebenfalls weit über Europa hinaus sechstausend Jahre Stadtentwicklung als große, durchgeschriebene Chronik erzählen, die der Autor auf Weltreisen und mit viel Fachlektüre recherchiert hat.“
- Ben Wilson, Metropolen. Die Weltgeschichte der Menschheit in den Städten (aus dem Englischen von Irmengard Gabler; S. Fischer Verlag)
„Die Erbschaft von Kleinmut und Hybris“: Politischer Narzissmus: Susanne Schröter geht mit einem verbreiteten Selbstbild des Westens ins Gericht. „Wer ihre unnachgiebige und scharfsichtige Analyse gelesen hat, wird sich über politische Fehleinschätzungen der Vergangenheit nicht wundern. Die geforderte Zeitenwende kann sich demnach nicht auf energiepolitische und militärische Maßnahmen beschränken.“
- Susanne Schröter, Global gescheitert?. Der Westen zwischen Anmaßung und Selbsthass (Herder Verlag)
„Weil die Katharsis nicht aus dem Duschkopf kommt“: Spät begann sie als Schriftstellerin, doch Linde Rotta ist noch zu entdecken: Disteln und Ginster sammelt Erzählungen der österreichischen Autorin. „Das Schwierige und das Schöne an diesen Erzählungen ist, dass sie sich nicht zusammenfassen lassen. Zwischen anderthalb und 25 Seiten lang, steht jede für sich. Souverän wechselt die Autorin die Genres: Gesellschaftsszene, Milieuskizze, Illustriertenstory, Sozialreportage, Ortstermin, Provinzgroteske, Krimi, Märchen, Bildungstravestie, Elegie, Ritual, Weihnachtsgeschichte, gar ein adrettes Briefromänchen von anno 1909.“
- Linde Rotta, Disteln und Ginster. Erzählungen, Band 1 (Morio Verlag)
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„Gute Reise“: Lauter Leben, das neu erschienene Debüt von Bachmann-Preisträgerin Helga Schubert, skizziert Biografien in der deutschen Diktatur. „Ein Blick in die Ausgabe aus dem Jahr 1975 zeigt, dass sie der Versuchung widerstanden hat, wegzulassen oder umzuschreiben. Es ist diese Redlichkeit, mit der Helga Schubert in allen ihren Büchern auf die Vergangenheit blickt.“
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Helga Schubert, Lauter Leben. Erzählungen (dtv)
„Das andere Ende der Geschichte“: Sogar Fukuyama zweifelt an der Universalität des Liberalismus. Oder missversteht er sie nur? „Man kann Fukuyama also in diesem Buch dabei zusehen, wie er von der Höhe geschichtsphilosophischer Spekulationen in die unübersichtlichen Auseinandersetzungen der Gegenwart gerät. Doch statt durch deren genaue Anschauung wieder zu analytischer Distanz zu gelangen, macht er sich zu oft einzelne Polemiken zu eigen.“
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Francis Fukuyama, Der Liberalismus und seine Feinde (Hoffmann und Campe)
„Listiger lauschen“: Was es heißt, Musikvirtuosen zu porträtieren, denen die Nachwelt keine Kränze flicht. „All die grandiosen Violinköniginnen und –fürsten, Celloheroinnen und -helden, Klavierlöwen und –löwinnen, die Trompetensieger und Flötengötter, dann die Stars auf den Opernbühnen und Liederpodien, die Pult-Imperatoren und Taktstockschwinger – ihnen widmet der Verlag Edition text + kritik nun eine eigene Reihe: ‚Solo‘.“
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Matthias Schmidt, Fritz Kreisler – Ein Theater der Erinnerung (Edition Text + Kritik)
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heute nichts