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Umgeblättert heute: „Mehr musikalische Poesie als Prosa“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Tragödie mit Fußnoten“: Im Labyrinth von Mittelerde: Tolkiens Nachrichten über das Zweite Zeitalter und die Insel Númenor als Hörbuch. „Die Sprecher des Hörbuchs machen uns bewusst, dass Sprachen und Namen bei Tolkien fast genauso wichtig sind wie die Handlungen selbst. Die charakteristische, ein wenig von Malt Whiskey getränkte Stimme von Johannes Steck präsentiert die fremdartig-kostbaren Namen liebevoll auf dem Silbertablett; sie erscheint ideal für die redaktionellen Einschübe. Auch Gert Heidenreich als Erzähler der originalen Tolkien-Texte schmeckt die Wörter sorgfältig ab: (…) Mit warmer Stimme und ruhig voranschreitendem, angenehm schlichtem Sprechduktus zieht Heidenreich die Zuhörerin in das Epos hinein. Über die Emotion der Sprache lässt er es sich entfalten, mehr musikalische Poesie als Prosa.“
  • J. R. R. Tolkien, Der Untergang von Númenor und andere Geschichten aus dem Zweiten Zeitalter von Mittelerde“. (gelesen von Gert Heidenreich, Johannes Steck und Timmo Niesner; Der Hörverlag)

„Damals baute das Vergessen seine tiefen Keller“: Bewegende Lebensgeschichte: Aharon Appelfelds Flucht aus der Bukowina und sein Ankommen in Israel, gelesen von Friedhelm Ptok. „Die Überwindung der eigenen Sprachlosigkeit ist das große Thema in Appelfelds Erinnerungen. Das Deutsch der Mutter traut er sich bei den ukrainischen Bauern nur noch an die Welpen und Kälber zu richten. Dem Hebräischen nähert er sich über das Jiddische, angeleitet durch den Schriftsteller Samuel Agnon, weil er erkennt, dass es in der Literatur vom modernen Iwrit melodischer ab­weicht. Appelfeld studiert in Jerusalem an der Hebräischen Universität, lernt die Welt der Kabbala von Gershom Scholem und des Chassidismus von Martin Buber kennen, wird später selbst Literaturprofessor in Be’er Scheva.“

  • Aharon Appelfeld, Geschichte eines Lebens. (ungekürzte Lesung mit Friedhelm Ptok; Der Audioverlag)

„Schuld und Scham“: Wie man an Joseph Conrads Roman Lord Jim wachsen und scheitern kann: Zwei Toneinspielungen im Vergleich. „Es mangelt nicht an atmosphärischem Meeresrauschen, Möwengeschrei und Winden verschiedener Stärke. Die eigens von Felix Rösch komponierte Orchestermusik wogt dazu im Stil klassischer Filmscores. Sehr gelungen ist der erste der vier Teile des Hörspiels, in dem es um die Ereignisse auf der Patna – so der Schiffsname im Roman – kurz vor und nach dem vermeintlichen Untergang geht sowie um den nachfolgenden Prozess. Das Ensemble von dreißig Sprechern ist vorzüglich, allen voran Felix von Manteuffel als Erzählerfigur Marlow (vertraut aus Herz der Finsternis). Der räsonierende Schmeichelton seiner Stimme geht wunderbar ins Ohr.“

  • Joseph Conrad, Lord Jim. (Lesung mit Christian Brückner; Parlando Verlag)
  • Joseph Conrad; Lord Jim. (Hörspiel; mit Felix von Manteuffel, Linda Blümchen u. a. Hörverlag)

heute nichts

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