
Die Thienemann Verlage trauern um Stefan Wendel, der am 11. März 2026 im Alter von 62 Jahren unerwartet verstorben ist. Über zwei Jahrzehnte prägte Stefan Wendel die Kinder- und Jugendbuchbranche als Lektor und Programmleiter, zuletzt bei Thienemann, bevor er sich mit einer eigenen Agentur als Berater selbstständig machte.
„Die Branche verliert mit ihm einen klugen, empathischen und engagierten Kollegen, dessen Herz für die Kinder- und Jugendliteratur schlug.“
Stefan Wendel studierte Germanistik und Anglistik in Bamberg und Reading, Großbritannien. Seine Karriere im Kinder- und Jugendbuch begann er als Lektor zunächst im Arena Verlag, Würzburg. 1992 wechselte er zum Stuttgarter Thienemann Verlag, wo er von 2002 bis 2010 die Programmleitung innehatte. Er betreute namhafte Autoren und Autorinnen wie Michael Ende, Otfried Preußler, Max Kruse und Ursula Wölfel und spezialisierte sich auf die Entwicklung deutschsprachiger Originalausgaben. 2003 wurde er mit dem Lektorenpreis des Netzwerks deutschsprachiger Kinder- und Jugendbuchautoren ausgezeichnet.
2011 gründete er seine Agentur „Stefan Wendel Autorenberatung“ und war bis zuletzt als unabhängiger Berater für Autor:innen und Illustrator:innen und ihre Vermittlung an Agenturen und Verlage tätig. Seit 2018 lebte und arbeitete er in Lübeck.
„Stefan Wendel stand immer für einen kompetenten, konstruktiven und empathischen Austausch. Bis zuletzt war er unserem Haus verbunden – durch seine Vermittlungsarbeit, insbesondere aber auch durch die Übersetzungen aus dem Englischen von David McKees „Elmar“-Büchern. Wir verlieren mit Stefan Wendel einen außergewöhnlichen Kollegen und Menschen, dessen Leidenschaft und Warmherzigkeit uns fehlen werden. Unser tiefes Mitgefühl gilt seinem Lebenspartner, seiner Familie und allen, die ihm verbunden waren.“
Ein Kommentar
Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer habe ich vom Tod von Stefan Wendel erfahren.
Über fast 20 Jahre hinweg hat er mich als Kinderbuchillustratorin mit großer Verlässlichkeit begleitet. Seine verbindliche, uneitle Art und seine innere Haltung waren geprägt von Respekt, Feingefühl und einem tiefen Verständnis für das, was die Buchwelt ausmacht.
Für mich war die Zusammenarbeit mit ihm weit mehr als fachlicher Austausch.
Sein Verlust trifft mich persönlich sehr und hinterlässt eine Lücke, die sich nicht schließen lässt.