
Der freche kleine Kobold Pumuckl mit dem roten Wuschelkopf und der knolligen rosa Nase, immer barfuß unterwegs und zu Streichen aufgelegt, ist Kindern und Erwachsenen in ganz Deutschland und darüber hinaus vertraut: Seit den frühen 1960er-Jahren lacht und tobt er durch ungezählte Kinderzimmer und Kinderherzen, zuerst als Hörspiel, dann in Form von Büchern, Fernsehserien und Spielfilmen. Sein charakteristisches Aussehen verdankt der kleine Wicht dabei von Anfang an der Illustratorin und Malerin Barbara von Johnson, die ihn 1963 entwarf und neben Textautorin Ellis Kaut eine der beiden „Mütter“ Pumuckls ist.
Für diese Leistung, eine so unverwechselbare und charmante Identifikationsfigur für Kinder mehrerer Generationen ins Bild gesetzt zu haben, wurde Barbara von Johnson im Mai mit dem Goldenen Pinsel 2026 geehrt. Stifterin Nina Dulleck überreichte der Künstlerin den Preis, der in Kooperation mit der Abteilung Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz verliehen wird, in München in einer feierlichen Zeremonie im Familienkreis.
„Sie haben meine Kindheit und die so vieler anderer mit ihren Zeichnungen maßgeblich begleitet. Und das mit einer einzigen Figur! Das wird Ihnen so schnell niemand nachmachen“, betonte Nina Dulleck in ihrer Laudatio. Ab 1963 erschien Barbara von Johnsons Pumuckl zuerst auf Hörspiel-Covern, später in Büchern. Auch für die Serien und die Spielfilme, die ab 1982 im Fernsehen und im Kino liefen, war ihr Pumuckl maßgeblich und wurde von anderen Künstlern lediglich adaptiert. Und dieser Pumuckl kennt kein Alter: Seit 2019 wird die Originalserie wieder ausgestrahlt (online und TV) und seit 2023 gibt es eine neue Fernsehserie mit dem frechen Kobold nach Barbara von Johnsons Vorbild.
Der Goldene Pinsel ist jetzt zum vierten Mal verliehen worden: Vor Barbara von Johnson (2026) wurden Ilon Wikland (2024), Helmut Spanner (2022) und Felicitas Kuhn (2020) für ihre überragenden Verdienste als Illustratorinnen und Illustratoren im Kinderbuch geehrt. Die Auszeichnung würdigt Künstler, „ohne deren Werk die Kindheit so vieler nicht die gewesen wäre, die sie war, und ohne die der Kinderbuchmarkt nicht der wäre, der er heute ist und in Zukunft sein wird“, so Nina Dulleck.
Die Initiatorin und Stifterin Nina Dulleck lebt und arbeitet als Illustratorin und Autorin in Rheinhessen. Sie rief den Goldenen Pinsel im Jahr 2020 ins Leben, weil ihre eigenen Vorbilder und Bildkunst-Heldinnen und -Helden weder auf Buchcovern noch jemals auf den Nominierungslisten großer Kinderliteraturpreise zu finden waren. Die Bildkünstler und -künstlerinnen der großen Kindheitserzählungen, die Schöpfer magischer Bilderwelten sichtbar zu machen und ihre Verdienste auch öffentlich zu würdigen, ist das Ziel des Goldenen Pinsels. Als Kooperationspartner hat sich die Abteilung Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, namentlich Dr. Anke Vogel, diesem Anliegen angeschlossen. Als Literaturpreis für das Kinderbuch wird der Goldene Pinsel alle zwei Jahre an Bildautorinnen und Bildautoren für ihr Lebenswerk und ihren maßgeblichen Beitrag zur Leseförderung verliehen und ist mit einem Preisgeld dotiert.







