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avj-Presseseminar: Das Ende der klassischen Pressearbeit?

(Foto: avj)
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20 Teilnehmende aus den Pressestellen der Verlage arsEdition, Beltz, Bohem Press, Coppenrath, Dorling Kindersley, dtv, Fischer Sauerländer, Kindermann, Klett Kinderbuch, Loewe, Mixtvision, Moritz, Tessloff, Thienemann-Esslinger, Freies Geistesleben und Herder trafen sich am 26. und 27. Juni zum Presseseminar der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen avj auf dem Mediacampus Frankfurt.
Im Mittelpunkt standen zentrale Fragen der modernen Verlagskommunikation: Wie effizient ist die eigene Kommunikation noch? Welche Formate, Medien und Kanäle gewinnen an Bedeutung? Was bleibt wichtig, was verändert sich? Und welche Rolle spielen klassische PR-Instrumente wie Aussendungen, Mailings und Newsletter künftig?

Die klare Einschätzung des Referenten Matthias Kutzscher, der als Redakteur und Dozent tätig ist: „Die Medienlandschaft verändert sich dramatisch. Redaktionen finden kaum noch Platz für Besprechungen. Daher werden ihre digitalen Portale und Social-Media-Plattformen immer wichtiger. Denn KI drängt als Produktionsmaschine immer weiter in die Redaktionen und daher müssen wir unsere Kommunikation neu denken.“ Zugleich eröffnen sich durch digitale Plattformen, KI-gestützte Prozesse und neue redaktionelle Formate auch zusätzliche Chancen für Verlage, ihre Themen sichtbar zu machen und Zielgruppen direkter zu erreichen. Kutzscher prophezeit: „2033 wird es keine gedruckte Tageszeitung mehr geben.“

Schnell entwickelte sich das Seminar zu einem intensiven Austausch über Social Media, Content Management, Sichtbarkeit und die wachsende Verbindung von PR, Marketing und Vertrieb. Der Tenor von Matthias Kutzscher war eindeutig: „Statt klassischer PR geht es heute um algorithmische PR, die sich durch eine strategische Gestaltung von Kommunikation auszeichnet. Sie müssen heute nicht nur Menschen, sondern auch die Algorithmen digitaler Plattformen erreichen. Texte müssen für Menschen attraktiv und für die KI lesbar sein.“

Eine Erkenntnis, die konsequent in den Arbeitsalltag integriert werden muss: „Statt reiner Produkt-PR“, so Kutzscher, „sollten Sie themenbezogen denken, modularen Content schaffen und die eigene Webpage entern.“ Gerade darin liegt für die Pressearbeit der Kinder- und Jugendbuchverlage viel Potenzial: Inhalte können vielfältiger aufbereitet, über unterschiedliche Kanäle ausgespielt und für Medien, Handel, Social Media, Events und direkte Zielgruppenkommunikation nutzbar gemacht werden. Kommunikation wird damit vernetzter, strategischer und näher an den Themen, die Kinder, Familien, Buchhandlungen, Pädagog:innen und Medien bewegen.

Bei allen Algorithmen dürfen die Pressestellen jedoch ihre Ansprechpersonen nicht aus den Augen verlieren. „Solange wir Kontakte haben, sollten wir diese pflegen“, war die einhellige Meinung unter den Teilnehmenden. „Telefonate, Messen, Pressebörsen – der persönliche Austausch ist noch immer der beste Weg, Bücher ins Gespräch zu bringen, Themen zu erkennen sowie Autorinnen und Autoren sichtbar zu machen“, betont Tomas Rensing von der AG Kommunikation.

Neben all diesen Inhalten ging es an diesem heißen Wochenende bei 40 Grad aber auch um einen Waldspaziergang, Rutschpartien und Spaghettieis. Was es damit auf sich hat? Das werden die Teilnehmenden gerne in persönlichen Gesprächen erzählen.

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