Der Buchlogistiker Zeitfracht Medien GmbH macht seinen bisherigen Namenszusatz Kolibri 360 GmbH zur neuen Firmierung und zieht mit diesem Schritt seinen Hauptsitz nach Köln. Mit Markus Renz verstärkt seit Anfang Juli 2026 ein weiterer Geschäftsführer die Geschäftsführung der Kolibri 360 GmbH. Er soll die Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung mit vorantreiben und auch den kaufmännischen Bereich verantworten. Parallel sieht sich Zeitfracht/Kolibri Vorwürfen eines thüringischen Logistikdienstleisters gegenüber, der am Landgericht Erfurt Klage eingereicht hat, wie die Zeitung Die Welt berichtet. Die Details.
„Die Umfirmierung erfolgte mit Wirkung ihrer Eintragung im Handelsregister am 02.09.2026. Bei der Umfirmierung handelt es sich lediglich um einen Namenswechsel; die Rechtspersönlichkeit der Gesellschaft ändert sich dadurch nicht“, wie das Unternehmen in einem Schreiben an seine Kund:innen mitteilte. Jedes der bestehenden Vertragsverhältnisse werde unverändert mit der Kolibri 360 GmbH als Ihrem Vertragspartner fortgeführt. Der neue Name solle jedoch auch unterstreichen, dass sich Kolibri360 „verstärkt auch für Kunden außerhalb des Buch- und Medienmarktes“ einsetze.
Parallel dazu sind folgende Anschuldigen gegen das Unternehmen öffentlich geworden:
„Wie WELT berichtete, mussten etliche Gläubiger von Simon-Schröters Logistiker teils Monate auf die Überweisung des ihnen zustehenden Geldes warten. Ein Vertreter aus dieser Schar der zumindest temporär Unbezahlten ist der mutmaßlichen Hinhalterei von Zeitfracht nun endgültig überdrüssig und lässt das mutmaßliche Schuldendrama um das Schröterschen Familienunternehmen zu einem Streit vor Gericht eskalieren.“, berichtet Die Welt. Das unternehmerische Gebaren von Wolfram Simon-Schröters Firma stelle für den klagenden Gläubiger ein „existenzielles Bedrohungsszenario“ dar.
Zeitfracht widerrum gibt an, dass unterschiedliche Auffassungen über die Abrechnung und Vergütung der Logistikleistungen bestehen und ein von Zeitfracht beauftragter Sachverständiger für den Zeitraum Januar 2025 bis Mai 2026 eine Überabrechnung von rund 2,36 Mio. Euro ermittelt hat. Die gegenseitigen Ansprüche seien Gegenstand des laufenden Verfahrens.
Auch von einem nicht näher benannten schwäbischen Verlag, der ähnliche Erfahrungen gemacht haben soll, ist am Ende des Artikels die Rede. Er soll deshalb schon vor knapp zwei Jahren einen Lieferstopp gegen Zeitfracht verhängt haben und sich von dem Unternehmen getrennt haben.
Auf eine Nachfrage von BuchMarkt schreibt Kolibri360 u.a.:
„Der Artikel greift dabei umfangreich Vorwürfe aus der Klageschrift der Gegenseite auf. Diese Vorwürfe sind streitig und bislang nicht gerichtlich festgestellt. Insbesondere die Darstellung, Zahlungsverzögerungen seien ein systematisches Verhalten der Zeitfracht Medien GmbH, weisen wir entschieden zurück.“ und weiter: „Wir halten es zudem für wichtig, zwischen Vorwürfen einer Prozesspartei und gerichtlich festgestellten Tatsachen zu unterscheiden. Die im Artikel ausführlich wiedergegebenen Behauptungen aus der Klageschrift stellen zunächst die Rechts- und Tatsachenposition der Klägerseite dar. Zeitfracht wird hierzu in der Klageerwiderung und im Verfahren umfassend Stellung nehmen.“







