Zuversicht verleiht Flügel und lähmt zugleich. Aber bedeutet Zuversicht in unserer krisengebeutelten Gegenwart wirklich nur noch die erhoffte Abwendung des Schlimmsten? Oder kann aus Zukunftsangst optimistisches Handeln für eine zukunftsfähige Gesellschaft entstehen? Und welchen Sinn hat Kunst in einer Welt im Umbruch? Auch in diesem Jahr versammelt der Schriftsteller und Kurator der Europäischen Literaturtage Walter Grond erneut europäische Schriftsteller:innen, Philosoph:innen und Zukunftsforscher:innen aus unterschiedlichen Generationen, um die Frage nach dem Widerspruch von Hoffnung und Zuversicht aus vielfältigen Blickwinkeln zu erörtern.
Unter dem Motto Zuversicht eröffnen am Donnerstagabend (19. November) im Klangraum Krems Minoritenkirche der Schriftsteller Robert Menasse und die Philosophin und Zukunftsforscherin Lena Papasabbas die diesjährigen Europäischen Literaturtage.
Im Gespräch mit Katja Gasser diskutieren sie über das Spannungsverhältnis zwischen radikaler Zuversicht im Denken und traurigem Idealismus. Anschließend liest Robert Menasse aus seinem aktuellen Buch Die Lebensentscheidung. Am Freitag und Samstag sprechen die Ökonomin Sigrid Stagl und Autor und Podcast-Host Florian Vitello über den Sinn von guten Nachrichten. Die Schriftstellerinnen Aiki Mira und Ursula Poznanski erörtern die Macht der Technik, während der Erzähler Jonathan Coe mit seinem jüngsten Roman Der Beweis meiner Unschuld die junge Generation und die gegenwärtige Welt porträtiert.
Die Schriftsteller:innen Maja Haderlap und Eli Beneš hinterfragen die Prägung durch Traumata, die Philosophin und Autorin Eva Meijer und die Kunstvermittlerin Amber Massie-Blomfield beschäftigen sich mit der Klimakrise und der gesellschaftlichen Verantwortung von Kunst. Die Schriftstellerinnen Dorota Ambrožová und Miriam Davoudvandi erkunden schwierige Kindheiten und sprechen über Solidarität als Zuversicht, Ilma Rakusa prangert Ungerechtigkeit und Despotismus an und Dorota Masłowska erörtert Ängste und Sehnsüchte der postkommunistischen Generation.
Den Abschluss der Gesprächsrunden und Lesungen bilden die Schriftsteller:innen Magdalena Schrefel und Anthony Passeron, die über die mögliche Rolle von Kunst in der Krise und den erfolgreichen Kampf gegen die Aids-Epidemie erzählen. Auch in diesem Jahr werden die Europäischen Literaturtage mit der feierlichen Preisverleihung des Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln am Sonntagvormittag beendet, der in diesem Jahr an die italienische Schriftstellerin Dacia Maraini geht.
Erneut begleiten Konzerte, Führungen und eine Weinverkostung das literarische Programm. Ausgesuchte Lesungen und Diskussionen können über einen Livestream miterlebt werden. Im Anschluss an die Europäischen Literaturtage werden die Veranstaltungen als Videomitschnitte bei okto.tv und im Youtube-Kanal der Europäischen Literaturtage bereitgestellt. Das vollständige Programm sowie Informationen zu Tickets finden sich hier.








