83 Prozent der Deutschen befürworten Label auf Büchern, die über den Einsatz von KI bei der Bucherstellung informieren. Das ergab eine repräsentative Umfrage von BoD unter 1.000 Bundesbürger:innen zur Frankfurter Buchmesse. Zugleich besteht eine große Offenheit beim Kauf von Büchern, die mit KI-Unterstützung entstanden sind. Um Leser:innen und dem Buchhandel mehr Transparenz zu bieten, führt BoD Label für Bücher ein, die über den Einsatz von KI informieren.
Der Umgang und die Nutzung von KI bewegt Verlage, Autor:innen und den Buchhandel. Eine repräsentative Umfrage, die BoD gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Appinio durchgeführt hat, wirft einen Blick auf die Einstellung der Buchkäufer:innen:

- 49 Prozent der befragten Bundesbürger:innen sind bereit, Bücher zu kaufen und zu lesen, die mit Unterstützung von KI-Tools erstellt wurden – beispielsweise bei der Covererstellung oder der Textkorrektur.
- 30 Prozent zeigen sich sogar offen, Bücher zu erwerben, die vollständig KI-generiert sind.
- 21 Prozent gaben an, nur Bücher lesen zu wollen, die ohne KI erstellt wurden.

Die Offenheit gegenüber dem Einsatz von KI bei Büchern geht einher mit einem großen Wunsch nach mehr Transparenz:
- 83 Prozent der befragten Bundesbürger:innen erachten Label auf Büchern, die eindeutig über die Verwendung von KI-Tools Auskunft geben, für sinnvoll.
- Nur 17 Prozent erklären, ein solches Label nicht zu benötigen.
- Besonders die Altersgruppe der 35- bis 44-jährigen befürwortet mit 91 Prozent eine KI-Kennzeichnung.
Buchlabel schaffen Klarheit und Vertrauen
Um Buchkäufer:innen und auch dem Buchhandel die gewünschte Transparenz zu bieten, führt BoD zur Frankfurter Buchmesse KI-Label ein, die Autor:innen und Verlage auf ihren Buchcovern und für die Buchvermarktung nutzen können. „KI findet immer mehr Einzug in die Buchbranche. Leser:innen stehen dem Wandel grundsätzlich offen gegenüber und sind bereit Bücher zu kaufen, die mithilfe von KI-Tools entstanden sind. Sie wollen aber wissen, was für Bücher sie lesen. Die neuen Buchlabel sind ein Beitrag zu mehr Klarheit und Vertrauen. Wir geben damit Autor:innen und Verlagen die Möglichkeit, freiwillig und transparent darüber zu informieren, ob ihr Buch mit oder ohne KI-Unterstützung entstanden ist“, sagt Dr. Marko Kuck, Geschäftsführer von BoD.
Autor:innen und Verlage können ab sofort die Buchlabel in mehreren Varianten unter www.bod.de/ki-label herunterladen und für ihre Titel nutzen – unabhängig davon, ob diese über BoD veröffentlicht wurden. Das Label „100% Autor*in ohne KI“ steht für Bücher, die vollständig ohne KI erstellt wurden. Das Label „KI-unterstützt“ kann für Bücher genutzt werden, bei denen Menschen die überwiegende Kreativleistung selbst erbracht, alle Inhalte geprüft und KI-Tools rein unterstützend genutzt haben.


Die neuen, frei nutzbaren Label für Buchcover informieren über den Einsatz von KI bei der Bucherstellung.
Wachsende Akzeptanz beim Einsatz von KI beim Schreiben
Ein weiteres Ergebnis der aktuellen Umfrage von BoD und Appino: 33 Prozent der Bundesbürger:innen gaben an, gelegentlich eigene Geschichten und Texte zu verfassen. Für 16 Prozent ist das Schreiben sogar eine Leidenschaft. Auf die Frage, ob sie beim Schreiben KI-Tools nutzen würden, zeigten die Deutschen eine große Akzeptanz:
- 54 Prozent sind bereit, KI-Tools beim Erstellen ihrer Geschichten und Texte zu verwenden.
- 24 Prozent nutzen diese bereits.
- 21 Prozent lehnen eine Anwendung strikt ab.
- Während 27 Prozent der befragten Männer angaben, KI beim Schreiben ihrer Geschichten zu nutzen, sind Frauen mit 21 Prozent zurückhaltender. Gleichzeitig lehnen sie mit 23 Prozent KI-Tools stärker ab als Männer (19 Prozent).
Ein Vergleich mit der Umfrage von BoD aus dem Jahr 2023 verdeutlicht den rasanten Anstieg der Nutzung von KI-Tools beim Schreiben:
- Vor drei Jahren gaben nur 6 Prozent an, beim Verfassen ihrer Geschichten KI zu verwenden. 57 Prozent waren dafür offen und 21 Prozent lehnten einen Gebrauch ab. 16 Prozent waren KI-Tools damals noch unbekannt.
BoD empfiehlt seinen Autor:innen einen verantwortungsbewussten Umgang mit KI. „KI-Tools können gerade für Anfänger:innen ein hilfreiches Werkzeug sein, um den Schreibprozess zu erleichtern und die eigenen Texte zu verbessern. Sie ersetzen aber nicht die eigene Kreativität oder die Expertise eines professionellen Lektorats. Die Entscheidung liegt am Ende aber immer bei den Autor:innen selbst, ob sie KI zur Unterstützung verwenden wollen oder nicht“, unterstreicht Dr. Marko Kuck.
Zum Schutz der Urheberrechte bietet BoD Autor:innen und Verlagen die Möglichkeit, KI-Anbietern das Training mit den fertigen Büchern zu untersagen. Bei einer Veröffentlichung über BoD ist eine unterstützende Nutzung von KI-Tools möglich. Bücher, die ausschließlich oder überwiegend mit KI erstellt wurden, dürfen nicht über BoD veröffentlicht werden.
Angaben zur Umfrage
Die Umfrage mit insgesamt 1.000 Teilnehmenden wurde vom Marktforschungsunternehmen Appinio vom 04. bis zum 07. September 2026 durchgeführt. Die Zahlen sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung im Alter von 16 bis 69 Jahren.
Auf der Frankfurter Buchmesse gibt es eine Podiumsdiskussion zum Thema KI, Genres und Formate – Trends in der Buchveröffentlichung.
Zeit: 07. Oktober von 11:30 Uhr bis 12:00 Uhr
Ort: Frankfurter Buchmesse, Halle 5.0, Discovery Stage
Alle Bilder: : BoD – Books on Demand







