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Alice Salomon Poetik Preis für Mara Genschel

Der Alice Salomon Poetik Preis 2027 geht an die Schriftstellerin und Performerin Mara Genschel. Die Verleihung, die im Januar 2027 stattfindet, markiert zugleich das 20-jährige Jubiläum des Alice Salomon Poetik Preises.

Alice Salomon (c) Dirk Skiba

Mit dem Alice Salomon Poetik Preis zeichnet die ASH Berlin Künstlerinnen und Künstler aus, die durch ihre besondere Formensprache und Vielfalt zur Weiterentwicklung der literarischen, visuellen sowie akustischen Künste beitragen und dabei immer interdisziplinär arbeiten und wirken. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro verbunden. Zudem besteht die Verpflichtung, einen einmaligen Beitrag für die Studierenden oder die Hochschulöffentlichkeit, beispielsweise im Rahmen einer Vorlesung, anzubieten. Darüber hinaus erhalten die Künstler_innen die Möglichkeit, die Südfassade der Hochschule zu gestalten. 


Mara Genschel, geboren in Bonn, lebt in Berlin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der performativen Dimension von Literatur. In ihren Publikationen, Konzepten und interdisziplinären Arbeiten lotet sie die Grenzen literarischer Formen aus und verbindet Schreiben mit performativen und künstlerischen Ansätzen. 2022 sorgte sie unter anderem mit ihrem Auftritt beim Bachmannpreis für Aufmerksamkeit. Zuletzt erschienen ihre Sammlungen „Midlife-Prosa“ (Engeler, 2024) und „Das narzisstische Skript“ (text + kritik, 2025). Zudem ist sie regelmäßig mit einer Glosse über „Versteckte Gefahren in der klassischen Musik“ im SWR Kultur Radio zu hören. 

Genschel war unter anderem Fellow des International Writing Program in Iowa und des International Writer’s Workshop in Hongkong. Sie wurde außerdem mit einem Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds gefördert. Seit Herbst 2024 lehrt sie mit dem Schwerpunkt Literatur und Medien an der Kunsthochschule für Medien Köln.

Anlässlich ihrer Auszeichnung mit dem Alice Salomon Poetik Preis 2027 sagt Mara Genschel: „Ich freue mich sehr! Es ist gar nicht so leicht in Worte zu fassen, was mir dieser Preis bedeutet, weil sich Worte, heute wieder mehr denn je, schnell als so hohl entlarven – während der Name Alice Salomon und auch die Alice Salomon Hochschule in so hohem Maße fürs Machen, fürs echte Handeln stehen. Das bewundere ich. Und ich sehe den Preis als Ermutigung weiter daran zu arbeiten, wie so viele meiner Kolleg_innen auch: das Wort, die Literatur, ebenfalls „handlungsfähig“ zu halten.“


Die Jury des Alice Salomon Poetik Preises hebt den gattungsübergreifenden Ansatz und die Performativität in Mara Genschels Wirken hervor: „Die Intimität der Auseinandersetzung und das Verständnis von künstlerischer Praxis als conditio humana prägen Genschels langjährig gewachsenes, beeindruckendes Œuvre zwischen Klangkunst, Performance und Literatur. Genschel ist bereit, in Abgründe zu schauen, sie zu benennen und zuzuspitzen: Als Künstlerin, die die Gattungen zusammen denkt, und zusammen zu durchdringen sucht, geht sie schonungslos mit sich selbst und den an sie herangetragenen Erwartungshaltungen um. Ihre gesamte künstlerische Existenz ist gesellschaftlich engagiert und stellt über die vordergründige Beschäftigung mit den Mechanismen des Kunstbetriebs grundlegende soziale Fragen. Dabei sind ihre formreichen Werke ebenso von anarchischem Witz und subversiver Verspieltheit wie von produktiver Fragilität und komplizierter Unbedingtheit geprägt.“

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