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Wie war Ihr Jahr, Margit Ketterle?

Margit Ketterle

Seit dem 6.12. (Nikolaustag) bis zum 6.1. (Heilige drei Könige) fragen wir wieder in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“ Heute beantwortet Margit Ketterle, Verlagsleiterin bei Droemer Knaur unseren „anderen“ Fragebogen.

1

Welcher Tag war Ihr schönster in diesem Jahr?
Der 9. Oktober, als der Friedensnobelpreis für MalalaYousafzai verkündet wurde.

2

Worüber haben Sie sich 2014 am meisten geärgert?
Die noch immer unfassbar weit verbreitete Ignoranz gegenüber den Datenkraken und deren politische Folgen.

3

Was war 2014 Ihr schönster Erfolg?
Glenn Greenwald, Die globale Überwachung, und der Geschwister-Scholl-Preis dafür.

4

Und Ihr traurigster Misserfolg war…?
Unoriginelle Antwort – niemand will lesen, sein Buch sei ein Misserfolg. Mehr Erfolg hätte ich der Intelligenzbestie Philipp Walulis gewünscht, der zusammen mit dem genialen Grafiker Beni HaslimeierFernsehen – jetzt auch als Buch!“ gemacht hat.

5

Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?
Die schönste Buchhandlung ist und bleibt für mich Literatur Moths in München und mein liebster Verlag ist – erneut unoriginell – der, in dem ich arbeite.

6

Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?
Kreative Destruktion – cheapspeak aus der Wirtschaftswissenschaft für den Umbau heißt Abbau von Handelskonzernen.

7

Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?
Warum lesen einzigartig ist. Davon kann ich nicht genug kriegen.

8

Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie nächstes Jahr vermeiden?
Es gibt keine Fehler, nur Ungenauigkeiten.

9

Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?
Ungenauigkeiten, leider.

10

Welches Buch hat Ihnen dieses Jahr besonders viel Freude gemacht?
Alice Munro, Liebes Leben – eine späte Entdeckung für mich in meiner Urlaubslesezeit.

11

Welches wird Ihr wichtigstes Buch im kommenden Jahr?
Harro Albrecht, Schmerz. Eine Befreiungsgeschichte.

12

Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
Carolin Ehmcke

13

Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?
Warum Sachbücher so große Freude machen; sie zu verlegen und sie zu lesen.

14

Hier können Sie die auch beantworten:
Weil Sachbücher Antworten auf Fragen geben, die man sich nicht gestellt hat. Es gibt keinen anstrengungsloseren Wissenserwerb.

Morgen antwortet [Martin Bethke, gestern stellte sich Wolfgang Ferchl unseren Fragen [mehr…].]

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