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Lang anhaltender Applaus für Boualem Sansal

Friedenspreisträger Boualem Sansal bekam für seine Rede über Zensur und das Recht auf freie Meinungsäußerung lang anhaltenden Applaus. Auch die Entwicklung in den westlichen Ländern gebe Anlass zur Sorge, sagte er.

„Globalisierung, das ständig wachsende Sicherheitsbedürfnis, Wirtschaftskrise und Zukunftsangst führen allerorts zur Zensur.“ Noch sei dies im Westen ein marginales Phänomen, doch es breite sich zusehends aus, sagte Sansal und erinnerte an die Absage von Wagners Tannhäuser in Düsseldorf.

Sansal ging auch auf die Rolle von Schriftstellern ein. In diesem Zusammenhang zitierte er Camus, der bei der Entgegennahme des Nobelpreises 1957 über den Schriftsteller sagte: „Seiner Bestimmung gemäß kann er sich heute nicht in den Dienst derer stellen, die Geschichte machen: er steht im Dienst derer, die sie erleiden.“ Doch nicht alle Schriftsteller bewegten sich auf einer Linie mit Camus, viele von ihnen seien reine Apparatschiks.

Buchhändler und Verleger befänden sich im unendlichen Ringen um das Recht auf freie Meinungsäußerung in einer komplexen, widersprüchlichen Situation. Sie trügen die Vielfalt der Ideen in die Welt hinaus, doch zugleich seien sie auch das schwächste Glied in der Kette, die den Autor mit dem Leser verknüpft. „Denn Sie sind Unternehmer, ihre Betriebe unterliegen dem harten Gesetz der Märkte.“ Die Konzentration der Verlage in multinationalen Konzernen und das Verschwinden kleiner Buchläden, seien der Meinungsvielfalt nicht gerade zuträglich. „Das literarische Quartett aus Autor, Verleger, Buchhändler und Leser muss auf die neuen Gegebenheiten reagieren, wenn es die Freiheit des Wortes auch noch in Zukunft für erstrebenswert hält.“

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