
Zu diesem Thema hielt heute am späten Nachmittag Ralf Schiering in Kooperation mit dem Sortimenter-Ausschusses auf dem Forum des Börsenvereins einen Vortrag und gab zahlreiche Tipps.
Die Fakten: Der Kauf von Büchern rangiert im Onlinehandel nach Bekleidung auf Platz 2, Tendenz steigend. Online einzukaufen ist immer leichter geworden, immer mehr Menschen haben einen Zugang zum Internet.
Nach Befragungen stellte sich heraus: Im Internet kann man effizient einkaufen, es ist bequem, etwas von der heimischen Couch aus zu bestellen, Datenschutz und Zahlungsweise werden als relativ sicher eingeschätzt. Dazu kommt, dass in ländlichen Bereichen diese Einkaufsweise oft die einzig mögliche ist.
Wie kann der Buchhändler all diese Vorteile für den eigenen Online-Shop nutzen? „Buchkäufer sind Wechselkäufer“, konstatierte Ralf Schiering und verwies auf Statistiken. Buchkäufer erwerben ihre Bücher sowohl in der Buchhandlung als auch im Internet. Erstaunlich ist die Tatsache, dass etwa 60 Prozent der Online-Buchkäufer ihre Bücher gerne selbst im Laden abholen – das sollte genutzt werden. 30 Prozent der Kunden, so erklärte Schiering, bereiten ihren Buchkauf im Netz vor. Ebenfalls nicht uninteressant, denn bei anderen Artikeln stellt sich das Verhältnis anders dar: Die Beratung erfolgt im Geschäft, der Kauf – meist günstiger – im Internet. (Ein Lob der Buchpreisbindung.)
Der Buchhändler hat viele Möglichkeiten, auf seinen Online-Shop hinzuweisen. Ein gutes Beispiel ist die Buchhandlung Hoffmann in Euthin. Hier hängt schon im Schaufenster ein unübersehbarer Hinweis, was das Geschäft alles online anbietet; von Büchern über Hörbücher bis hin zu E-Books. Auch die Warte- und Kassenbereiche werden für entsprechende Werbung genutzt.
„Es ist wichtig, auf dem Hintergrund der Monitore im Laden den eigenen Shop zu präsentieren“, unterstrich Schiering.
Die Fahrzeuge der Buchhandlung können ebenfalls für Werbung verwendet werden: Ein Hinweis auf die 2. Filiale, die 24 Stunden geöffnet ist, erweckt Aufmerksamkeit.
Kein neuer Hut, trotzdem effektiv sind Lesezeichen der Buchhandlung mit einem Verweis auf den Internet-Shop.
„Gerade im Hinblick auf die Weihnachtszeit sollte das Angebot an E-Books nicht vergessen werden“, erinnerte der Referent. Mit Sicherheit liegen diverse Geräte, auf denen die elektronischen Bücher gelesen werden können, unter den Weihnachtsbäumen in Deutschland. Im Laden sollte der Buchhändler Demonstrationsmodelle parat haben und diese auch erklären können.
Die White Label Shops bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Buchhandlung ganz individuell darzustellen. Das kann man nutzen. Allerdings sollte dabei auf Aktualität geachtet werden.
Buchtipps über Facebook und andere soziale Netzwerke zu versenden, ist ebenfalls nicht neu. Genutzt werden diese Möglichkeiten leider noch zu wenig.
Jan Hoffmann hat einen digitalen Adventskalender erstellt – eine gute Idee, auf die Buchhandlung in Euthin und ihren Online-Shop aufmerksam zu machen. Der innovative Buchhändler ist übrigens am Samstag selbst auf der Messe. Vielleicht kann man dann mit ihm ins Gespräch kommen und sich weitere Anregungen holen.
JF