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internationales literaturfestival berlin: Aufruf zu einer weltweiten Lesung für Pussy Riot am 12. Dezember

Das internationale literaturfestival berlin macht sich stark für Pussy Riot, die vor den Augen der Welt in einem infamen Schauprozeß verurteilt wurden. Heute wurde vom ilb folgender Aufruf veröffentlicht. Hier der Wortlaut:

In den letzten Wochen hat die russische Justiz die Chance vertan, die infame Strafverfolgung von Pussy Riot zu beenden. Nicht nur das Urteil in der ersten Instanz, sondern bereits die Tatsache, dass ein Prozess gegen die Künstlerinnen geführt wurde, ist ein Skandal. Er ist signifikant für das System Putin, das ganze Generationen künstlerisch, kulturell und zivilgesellschaftlich mundtot zu machen versucht.

Das internationale literaturfestival berlin und AutorInnen und Intellektuelle aus aller Welt verneigen sich vor Nadeschda Tolokonnikowa, Jekatarina Samuzewitsch, Maria Alechina, die mit ihrer Kunstaktion in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale und ihrem kompromisslosen Verhalten während des Prozesses, der Welt gezeigt haben, dass es ein anderes Russland gibt, das sich weder von dieser Kirche, noch von der politisch herrschenden Klasse die Art und Weise ihres Ausdrucks verbieten lässt. Angesichts der diktatorischen Züge des Systems Putin, das u.a. mit dem permanenten Veto im UN-Sicherheitsrat im Bund mit China, zuletzt im Fall Syrien, den Gehalt ihres Demokratie- und Menschenverständnisses offenbart, ist die Solidarisierung mit Pussy Riot und den zivilgesellschaftlichen Institutionen, die durch neue Gesetze in Russland kriminalisiert werden, eine europäische, eine internationale Notwendigkeit: die Verteidigung von Menschenrechten.

Das ilb hat im August KünstlerInnen und Intellektuelle, Schulen und Universitäten, Radio- und Fernsehstationen, Theater und andere Kulturinstitutionen zu einer weltweiten Lesung in Solidarität mit Pussy Riot und den demokratischen Instanzen Russlands am 12. Dezember aufgerufen – dem Tag, an dem im Jahr 1993 durch eine allgemeine Volksabstimmung die Verfassung der Russischen Föderation durch die DUMA angenommen wurde. Nicht Pussy Riot unterläuft die Demokratie Russlands, sondern diejenigen, die danach trachten, die Errungenschaften der sanften Revolution zunichte zu machen.
Gelesen werden sollen Passagen aus den Statements von Pussy Riot vor Gericht. Das ilb wird die Texte in Englisch, Deutsch, Russisch und anderen Sprachen auf seiner Website www.literaturfestival.com ab 15. November publizieren.

Alle Interessenten, die sich an der Lesung beteiligen möchten, wenden sich bitte bis zum 30. November an: worldwidereading@literaturfestival.com.

Dem Aufruf des ilb haben sich bisher angeschlossen:
Hector Abad, Zsuzsa Bánk, Jeanne Benameur, Mirko Bonné, James Byrne, Amir Hassan Cheheltan, Bora Cosic, Marie Darrieussecq, Dorothea Dieckmann, Arnd, Gretel & Beatrice Dossi, Reimer Eilers, Peter Faecke, Dieter M. Gräf, Gintaras Grajauskas, Lars Gustafsson, Alban Nikolai Herbst, Uwe Herms, Hendrik Jackson, Willi Jasper, Elfriede Jelinek, Lidija Klasic, Peter Kleiß, Mario Vargas Llosa, Ekke Maaß, Norman Manea, Alberto Manguel, Sonja Margolina, Amanda Michalopoulou, Bart Moeyaert, Melinda Nadj Abonji, Tim Parks, Elisabeth Plessen, Martin Pollack, Santiago Roncagliolo, Annika Scheffel, Robert Schindel, Jenny Schon, Raoul Schrott, Sjón, Rebecca Solnit, C.K. Stead, Antje Rávic Strubel, Hans Thill, Ted van Lieshout, Vladimir Vertlib, Herbert Wiesner, Oksana Zabuzhko, Jenni Zylka.

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