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Frankfurt: Bildbericht von der F. K. Waechter-Ausstellung

bild(l,23531) „Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein“ – dieses Blatt von F. K. Waechter, in der pardon-Beilage WimS im Juli 1971 erschienen, prangt auf dem Plakat zur Ausstellung, die heute im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main eröffnet wird.

Die Exposition zeigt nicht nur 164 Originalzeichnungen, sondern auch etwa 90 Bücher, die der Künstler gestaltet hat. Damit sind erstmals alle Bücher, die F. K. Waechter entweder allein oder mit anderen entwarf, in der Zusammenschau zu sehen. So werden gerade auch seine Leistungen für das Kinder- und Jugendbuch deutlich.

Die Ausstellung ist in Themenbereiche gegliedert, die sich mit zum Beispiel mitVater & Sohn, Über den Wind, Aus dem Tierreich, Sinn des Lebens, den Zeitschriften pardon und Titanic befassen. Außerdem gibt es Lesetische, eine Hörstation und eine Videopräsentation.

Das neu eingerichtete Studio KinderKunstMobil hat zur Exposition Premiere, hier können sich junge Besucher mit bestimmten Themen spielerisch auseinandersetzen und selbst aktiv werden, aber auch in den bereit liegenden Büchern stöbern.

Der Verlag Kein & Aber stellte Hörbücher zur Verfügung, die ausgestellten Bücher liehen die Editionshäusern Diogenes Verlag, Hirmer Verlag, Eulenspiegel Verlag, Rowohlt Verlag, Bärmeier & Nikel Verlag, Josef Melzer Verlag, Philipp Reclam, VSA-Verlag, Insel Verlag, Hermann Lucherterhand Verlag, Zweitausendeins, Fischer Taschenbuch, Frankfurter Verlagsanstalt, Franz Schneekluth Verlag und Autoren Edition.
Postermappen steuerte der Beltz & Gelberg Verlag bei, Bastelbögen der Gertraud Middelhauve Verlag, ein Skatspiel – das übrigens wieder neu aufgelegt wird – stammt aus dem Verlag neue Kritik.

Neben Zeichnungen, Büchern und dem Kartenspiel sind auch ein Schachspiel, ein Tierpuzzle sowie Schallplattencover zu sehen. Die Exposition ermöglicht einen Überblick über das außerordentlich vielgestaltige Werk des Künstlers, der 1937 in Danzig geboren wurde, nach der Schule Gebrauchsgrafik in Hamburg studierte und seine ersten Zeichnungen in der Zeitschrift twen veröffentlichte. 1962 zog F. K. Waechter nach Frankfurt, wird Chefredakteur von pardon. Er trifft auf Robert Gernhardt und F. W. Bernstein, gemeinsam gestalten sie von 1964 bis 1976 die pardon-Beilage Welt im Spiegel(WimS).

1979 gehört Waechter zu den Mitbegründern der Titanic, entwickelt in den 1980er Jahren Theaterprojekte und erhält Lehraufträge in Salzburg und Hamburg.

In den letzten Monaten vor seinem Tod am 16. September 2005 in Frankfurt zeichnete F. K. Waechter noch das Buch Vollmond. Sein letztes Werk, Der Höllen-hund, blieb unvollendet.

Die Wanderausstellung wurde von Dr. Gisela Vetter-Liebenow konzipiert, stellvertretende Direktorin des Deutschen Museums für Karikatur und Zeichenkunst Wilhelm Busch in Hannover, das auch Waechters gesamten Nachlass – mehr als 4000 Blätter – verwaltet. Die Frankfurter Version der Ausstellung wurde schwerpunktmäßig um den Bereich Buchkunst erweitert, verantwortlich dafür war Dr. Eva Linhart, Kuratorin für Buchkunst und Graphik des Museums für Angewandte Kunst.

Die Exposition ist bis zum 11. September zu sehen. Parallel dazu gestaltet die Buchhandlung Hugendubel in Frankfurt eine Sonder- und Verkaufsausstellung zu F. K. Waechter.

JF

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